Jojoba-Öl Müller Pflanzenkosmetik

Vor einiger Zeit habe ich mir mal im Müller Drogeriemarkt eine Flasche Jojobaöl gekauft. Man liest so viel positives von Jojobaöl (das eigentlich ein Wachs ist) dass man irgendwann kaum dem Impuls widerstehen kann, es in den Einkaufskorb zu legen und damit zur Kasse zu gehen.

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Das Jojobaöl kommt in der 100 ml Glasflasche mit Pumpspender und kostet ungefähr 8€ wenn ich mich richtig erinnere. Es ist 100% reines Produkt ohne Beimischungen und stammt aus konventionellem Anbau, ist also nicht in Bioqualität. Die anderen Öle der Müller Eigenmarke fand ich nicht so interessant, da ich sie entweder in Lebensmittelqualität im Bioladen bekomme oder die Öle gemischt sind. Aber das Jojobaöl, wie gesagt, habe ich mitgenommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Testen fand ich ganz in Ordnung.

Allgemeines Marketinggeschwurbel zum Jojobaöl (unabhänig von der Marke):
Es pflegt, schützt und glättet die Haut. Es ist hervorragend zur Rückfettung geeignet, denn es vermischt sich mit dem natürlichen Hautfett und bildet einen nicht okklusiven Lipidfilm, der die Feuchtigkeit der Haut bindet, sie jedoch in keiner Weise abdichtet. Es stabilisiert den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Es dringt schnell in die Haut ein, verbessert so die Hautelastizität. Es eignet sich für jeden Hauttyp.

Die Angaben die man im Internet findet, sagen also folgendes: es zieht rasch in die Haut ein, liegt aber trotzdem auf. Das ist ein Widerspruch in sich! Und wo ein Widerspruch ist, gibt es auch immer einen Haken an der Sache …

Ich selbst komme mit Jojobaöl als Hautpflegeprodukt überhaupt nicht klar. Meine Haut ist sehr feuchtigkeitsarm und fettet dennoch schnell nach. Jojobaöl liegt bei mir einfach nur auf. Es zieht in keinster Weise ein und hinterlässt ein klebriges, bappiges Gefühl. Unter dieser Schicht bleibt die Haut jedoch so feuchtigkeitsarm und trocken wie vorher, wenn nicht sogar schlimmer. So viel zu „Es eignet sich für jeden Hauttyp.“. Nein, es eignet sich nicht für jeden Hauttyp, diese Verallgemeinerung kann ich nicht unkommentiert stehen lassen! Es mag sein, dass Jojobaöl für viele ein perfektes Zusatzprodukt für die Hautpflege ist, aber für meine trockene Fetthaut kann ich es nicht als Pflege einsetzen.

Das Produkt ist in keinster Weise minderwertig oder schlecht, und es widerstrebt mir, gute und hochwertige Inhaltsstoffe wegzuwerfen. Daher habe ich für mich nach Lösungen gesucht, wie ich die nur wenig gebrauchte Flasche sinnvoll entleeren kann. Als Zusatz zu Bodylotion oder als Kaffeepeeling unter der Dusche war es mir ebenfalls zu aufliegend. Erst als ich diese Eigenschaft des Aufliegens nicht mehr als Nachteil eingestuft habe, sondern als Vorteil, bin ich weitergekommen.

Beim Abschminken: wenn ich ein ‚großes‘ Makeup aufgelegt habe, löse ich meine Mineralfoundationschichten gerne mit Jojobaöl vor. Es zieht nicht in die Haut ein, ich habe also alle Zeit der Welt, mein Gesicht mit den Händen oder einem Massagepad zu massieren. So kann ich die vielen Schichten an Pigment von meiner Haut und aus den Poren in das Jojobaöl einarbeiten und nach der Massage viel besser abnehmen. Dazu verwende ich eines der runden, waschbaren Schwammtücher, das ich mit warmem Wasser getränkt und ausgedrückt habe. Mit dem Schwammpad kann ich den Großteil an Makeup leicht abwischen. Danach reinige ich meine Haut wie gewohnt (so als hätte ich kein Makeup getragen, also mit Reinigungsmilch und Co.).

In der Haarpflege: Meine Haarspitzen sind störrisch und verkletten gerne. Wenn ich vor einer Haarwäsche Zeit habe, mache ich eine Vorwaschkur mit Jojobaöl. Dazu feuchte ich die Haare an (mit Leitungswasser aus einem alten Fläschchen, z.B. Hydrolat von Maienfelser oder Tonic von Gebhardt, die haben einen Sprühaufsatz) und gebe danach etwas Haarspülung vermischt mit Jojobaöl hinein. Oder ich mische gleich im Sprühfläschchen ein Teil Jojobaöl mit einem Teil Spülung und drei Teilen Wasser, verschüttele es gut, und sprühe damit die Haarlängen und Haarspitzen ein. Das ist kein Wundermittel für mich, aber es hilft mir, meine Haare nach der Wäsche besser entwirren und kämmen zu können. Ich benötige noch immer eine Spülung oder saure Rinse und am Besten noch ein Leave-In, aber das Jojobaöl macht einen Unterschied.

Inzwischen habe ich die Flasche zu etwa einem Drittel geleert, für mich eine große Sache, nachdem ich soo lange nach einer Verwendungsmöglichkeit gesucht habe. Wir haben uns angefreundet, Jojoba und ich, aber ich bezweifle einen Nachkauf. Wenn es leer ist werde ich lieber mit anderen Ölen experimentieren.

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