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Haircare Haarseife [DIY]

Dieses Posting ist für die Seifensieder unter euch – für die, die es schon sind, und für die, die es werden wollen.

Vor gut vier Wochen habe ich eine neue Haarseife gesiedet, und vom Rezept her habe ich mir wieder einige Gedanken gemacht. Keine Sorge, heute kommt nicht wieder so ein Hammerpost wie vor ein paar Wochen, heute geht es sehr gemäßigt zu. Ich gebe euch erst mal ein paar harte Fakten:

Name der Seife: Haircare
Herstellungsdatum: 3. Mai 2014
Überfettung: 20%

haircare_schamposeife

Mein Rezept
140g Kokosöl
130g Avocadoöl
130g Mangobutter
130g Sesamöl
130g Sojaöl (mit Kräuterauszug)
20g Kakaobutter
20g Traubenkernöl
200g Kokosmilch (darin enthalten sind ca. 40g Kokosfett, die habe ich bei den Ölen schon mit eingerechnet)
NaOH für eine Überfettung von 20%
1TL Heilerde für die Marmorierung
ätherische Öle von Krauseminze, Salbei, Rosmarin und Hoholz
Gesamtgewicht frisch ca. 1kg

Für diese Seife habe ich mir ein Haaröl mit Kräuterauszug hergestellt. Auf eine Flasche Sojaöl mit 250ml Inhalt habe ich
25g Süßholz
15g Katzenminze
10g Brennnessel
gegeben und alles in meinem Mixer auf höchster Stufe für zwei Minuten durchpüriert, eine Stunde ziehen lassen, und das zwei weitere Male wiederholt. Danach habe ich das Öl noch ein paar Stunden ziehen lassen und anschließend erst gesiebt und dann durch ein dünnes Baumwolltuch abgefiltert. Normalerweise ist das Sojaöl von gelber Farbe, mit dem Kräuterauszug ist es aber dunkelgrün, so wie dunkles Avocadoöl. Von diesem Haaröl, das ich mir auch in die Kopfhaut einmassiere, habe ich 130g in meiner Haircare verseift.

Süßholz bildet Schleimstoffe, es kann helfen, die Haare zu kräftigen und besser kämmbar zu machen (wenn ich mich da richtig erinnere).
Katzenminze lässt, als Teerinse, die Haare flutschig werden. Ich erhoffe mir von dem Kräuterauszug in der Seife, dass die Haare beim Waschen weniger verkletten und verknoten.
Brennnessel soll ebenfalls gut für Kopfhaut und Haare sein und die Haare glatter machen.

Kokosöl ist für stabilen und großporigen Schaum zuständig, er sorgt dafür, dass sich trotz der vielen pflegenden Inhaltsstoffe der Schaum gut in den Haaren verteilen lässt und die Haare sauber werden.
Avocadoöl ist unter Langhaars ein anerkanntes Haarpflegeöl, auch in Haarseife ist es mild reinigend.
Mangobutter sorgt in meiner Seife dafür, dass die Seifenstücke fest werden und ist zudem relativ pflegend.
Sesamöl vertrage ich persönlich in Haarseifen sehr gut, ich komme gut damit klar und es macht mir ein schönes Haargefühl.
Kakaobutter gibt den Seifenstücken einen besonderen ‚Griff‘ und erweitert, zusammen mit der Mangobutter, das Fettsäurespektrum der Fettzusammenstellung im Bereich der gesättigten Fettsäuren.
Traubenkernöl liegt in der Skala eher bei ‚feuchtigkeitspendend‘ und bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Kokosmilch wird gerne für Haarkuren eingesetzt und ist auch in Seife als Zusatz sehr beliebt. Es macht den Seifenschaum cremiger und die Seife reinigt auch milder. Ich hätte auch Schafs- oder Ziegenmilch verwenden können, aber ich habe die vegane Alternative bevorzugt.
Heilerde ist ein schöner Farbstoff, der gut für die Haut ist. In hoher Konzentration in Seife hat er eine leicht peelende und klärende Wirkung, in dieser geringen Konzentration lasse ich das mal außer acht.
Ätherische Öle dienen mir vor allem zum Beduften, für mich ist das ein bischen Aromatherapie während des Haarewaschens und ich mag die Kombination von Krauseminze, Salbei, Rosmarin und Hoholz recht gern.

Wenn ich bei Seifen von Pflege spreche, dann ist damit sehr milde, schonende Reinigung gemeint. Eine Seife, die die Haut reinigt, kann nicht gleichzeitig pflegen. Aber sie kann ihren Job auf eine Art und Weise machen, dass die Haut nicht übermäßig strapaziert und angegriffen wird, sondern sich gut anfühlt, und anschließende Pflege nicht mehr unbedingt notwendig ist. Das Hautgefühl nach einer Seifenreinigung mit einer sehr hoch überfetteten Seife ist einfach was ganz anderes, als wenn man sich mit einem 08/15-Duschgel eingeschäumt hat.

Ich habe sehr feine Haare mit leichten Wellen (2aFii für die, die es interessiert). Obwohl die Seife noch so jung ist und die irre Überfettung von 20% hat, habe ich schon ein Stück von ihr verduscht und verschamponiert. Meine Kopfhaut kommt sehr gut mit der hohen Überfettung klar, auch die Haare selbst sind okay. Da ich in die Längen eh nochmal Spülung gebe (und dadurch Fette ausgewaschen werden können) habe ich auch keine klätschigen Stellen.

Ganz grob gerundet 15 €uro haben mich die Zutaten gekostet, einiges habe ich in Bioqualität eingekauft und die ätherischen Öle sind ebenfalls nicht ganz billig. Dafür habe ich 9 Stück Seife herausbekommen, da relativiert sich die Rechnung wieder, oder?

Eine Anfängerseife ist das sicher nicht, aber ich möchte euch anregen, euch selbst Gedanken zu machen über die Inhaltsstoffe, die ihr verwenden möchtet. Was vertragt ihr, was funktioniert bei euch, was steht in der Küche und wartet nur darauf, als Kosmetikrohstoff entdeckt zu werden? Was lässt sich gut kombinieren? So eine Seife, wie ich sie hier gemacht habe, könnt ihr kaum bis gar nicht im Laden oder Internet finden. Falls sie mir wegranzt, so what, dann habe ich eben ein paar Euro in den Sand gesetzt. Aber sie zu benutzen, eine beruhigte Kopfhaut zu haben und dabei keine so super verkletteten Haarspitzen wie in den Monaten zuvor, das ist mir mehr wert als 15€.

Wenn euch jetzt das Seifenherz höher schlägt, bastelt doch an einem eigenen Rezept. Oder schaut mal bei Wuscheline vorbei, sie hat ganz viele tolle Seifen aus diversen Shops getestet.

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