May Lindstrom Clean Dirt + Problem Solver

Es tut so gut, wenn der Schmerz nachlässt. Ich sitze am Rechner, eine Bachblütenmaske im Gesicht. Meine Heldin. Meine Retterin. Löserin aller Probleme. Heute morgen habe ich mich an zwei Pröbchen herangemacht, die ich mir bei Amazingy bestellt habe: May Lindstroms The Clean Dirt und The Problem Solver. Was habe ich mir nur dabei gedacht?

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Zwei Stunden zuvor.

Ja, ich gebe zu, ich bin ein Luxustigerchen. Manchmal zumindest. Was teuer ist, muss auch gut sein, oder? Inzwischen kann ich es mir leisten, warum also nicht aus dem Vollen schöpfen? The Clean Dirt sieht pulvrig aus im Töpfchen, fein gemahlen, und irgendwie gar nicht mehr so luxuriös. Könnte am fehlenden schwarzen Glasbehälter liegen.

Was sagt Amazingy nochmal? Ach ja: „Eine belebende Mischung von reinigender Tonerden wie z.B. Marokkanischer Rhassoul-Tonerde, wärmenden Gewürzen wie Zimt und Kurkuma und heilenden Salzen entfernt Unreinheiten, während durch Wasser aktiviertes Vitamin C Zellregeneration fördert und die Blutzirkulation erhöht. Diese stimulierende Behandlung transformiert und verfeinert das Hautbild mit einem wirksamen Peeling-Cocktail. Das Ergebnis: ein seidig-weicher, frischer und wunderschön strahlender Teint.“

… ein seidig-weicher, frischer und wunderschön strahlender Teint, die meinen mich, ja genau!

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So, mit etwas Wasser in der Handfläche vermischen und rauf auf’s Gesicht. Das soll saubermachen? Ist ganz schön grobkörnig und tut auch ein bischen weh beim Auftragen. Die einzelnen Partikel sind also doch nicht so feinstvermahlen wie gedacht. Im Marketingjargon ist dies das Pendant zu naturbelassen. Grob, ein bischen kratzig, für jeden Tag soll das sein? Nicht für mich.

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Wieso wird es auf einmal so warm in meinem Gesicht? Ich war doch gar nicht lange auf dem Balkon, um Fotos zu machen? Das müssen die aktiven Inhaltsstoffe sein. Schnell noch mal in die Kamera lächeln – als Blogger muss man hart sein im Nehmen – und dann runter damit. Stand ja auch gar nix von minutenlang einwirken lassen in der Anwendungsbeschreibung. Mein Fehler.

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Nun also schnell die Maske hinterher! Mit Kakao, Heilderde und Kohle, Slogan „Die intensive Maske klärt und verfeinert die Poren, lindert Entzündungen, heilt kleine Makel, fördert die Durchblutung der Epidermis und entgiftet die Haut.“, das kann doch nur gut sein, oder?

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Bäh, schon wieder so ein grobkörniges Zeug. Meine selbstgemachten Cleansing Grains sind viel feiner. Ist bei May derjenige krank geworden, der die Pulver siebt, und sie konnten für diese Aufgabe keinen Ersatz finden? Mist, ist noch zu trocken, die Paste. Nur noch schnell ein paar mehr Tropfen Wasser dazu, wie im Video … oh nein … jetzt ist es flüssige Dreckbrühe mit Krümeln drin. Schnell rauf auf’s Gesicht und die empfohlenen 30 bis 45 Minuten entspannen.

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Lächeln, Karin, Lächeln. Das kann doch nicht so schwer sein, oder? Werbeversprechen fördert die Duchblutung: Check. Siehst‘, die halten sich an das, was sie sagen, die von Frau Lindström. Das ist doch was gutes, oder? Ja, durchaus, gut durchblutet fühlt sich mein Gesicht an – nach nur zwei Minuten. Lächeln, lächeln, lächeln, ach egal. Ich nehm halt das Foto, das am genehmsten aussieht.

Krasse Sache, mein Gesicht brennt wie Feuer. Nach nur drei Minuten. Mit ca. einem kleinen Teelöffel Maskenpulver im Gesicht anstatt einem ganzen Esslöffel angerührter Lava. Das Zeug muss runter, sofort, Blogger hin oder her, und wie ich daraus einen Beitrag machen soll? Irrelevant.

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Gott sei Dank sehe ich noch nicht aus wie ein Krebs, aber mein Gesicht fühlt sich an wie ein Pavianhintern leuchtet. Endlich ist das Zeug runter. Warum brennt’s dann weiter? Okay, dann spüle ich kühl drüber. Und noch mal kälter. Bin ich Kneipp oder was? Jetzt reicht es mir. Her mit meiner verlässlichsten Lieblingsmaske, der Mille Fleurs Bachblütenmaske ♦ von Provida. Die muss das wieder hinkriegen, sonst kann ich heute das Haus nicht mehr verlassen! Schön alle zwanzig Minuten ein Hydrolat drübersprühen (derzeit das Calendula von den Maienfelsern), damit die Verundstungskühle die Wärme mildert.

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Draußen auf dem Balkon weht ein lauer Wind, das tut gut im Gesicht. Wieso falle ich blos auf Werbeversprechen rein? Okay, ich merke mir: alles, was anregend oder wärmend beschrieben wird, ist nichts für meine Haut. Sie ist zwar lange nicht mehr so empfindlich, wie sie früher mal war, aber diese Tortur mache ich ganz sicher kein zweites Mal mit. Ist mir doch egal, was andere Blogger lobend von sich geben oder ich in Kommentaren gelesen habe. Ebenfalls egal, von welcher Qualität die Inhaltstoffe von Clean Dirt oder Problem Solver sind. Zu meiner Haut passen diese beiden Produkt ganz einfach nicht! Aber als Blogger kann ich das doch nicht so schreiben, … oder? Ach, ich spraye noch mal eine weitere, kühlende Schicht Hydrolat auf und mache mir später drüber Gedanken.

 

Seid auch ihr manchmal Marketingopfer oder erliegt euren eigenen Vorstellungen von Luxus im Alltag?

16 Comments

Filed under Naturkosmetik

16 Responses to May Lindstrom Clean Dirt + Problem Solver

  1. Haha, schön geschrieben 🙂 Wie wäre wohl das Ergebnis ausgefallen, wenn du die Produkte in ihren Originalverpackungen erhalten hättest?! Nein, im Ernst: Ich denke, jeder lässt sich in irgendeiner Form von Marketingversprechen und Aufschriften beeinflussen, ansonsten könnte ja alles in weißen Tiegeln verkauft werden 🙂 Auf jeden Fall krass, wie deine Haut auf die Maske reagiert. Liebe Grüße
    Elisabeth Green hat kürzlich gebloggt: Fluffig, lecker, leicht – Pancakes ohne ButterMy Profile

    • Die Umverpackung hat einen großen Einfluss auf die Erwartungshaltung. Die dunklen Glasgefäße von May Lindstrom finde ich wunderschön, die hätte ich gerne im Bad auf der Ablage stehen gehabt. Schade drum.

      Das mit den weißen Tiegeln finde ich aber auch irgendwie hübsch, ich glaube Kathrin von Ein bischen Vegan war das, die ein Bild von ein paar dieser Weißglasflaschen als Vasenensemble abgelichtet hat. Das Bild habe ich meinem Göttergatten gezeigt und er hat die Verpackungen sofort erkannt. „Die hat die Süße auch!“, das fand ich ganz putzig.

  2. Liv

    Liebe karin, ach mensch du arme!!!! Ich hoffe alles ist wieder im Lot! Und eine gute Sache hat das Experiment: einen tollen blog post 🙂 ich liebe deine Artikel! !!!! Liefs liv

    • Liebe Liv,
      als ich den Artikel geschrieben habe, musste ich an dich denken. Du hattest mal über das Kneipp Enzympeelingpuder geschrieben, dass du es so schlecht vertragen hast. Ich liebe das Kneipp Puder und komme super damit klar – und da draußen in der großen, weiten Bloggerlandschaft gibt es ganz viele, die May Lindstrom toll finden. So soll es sein, jeder verwendet das, was zu ihm passt.

      Meiner Haut geht es schon wieder ganz prima, und ganz zart und weich fühlt sie sich auch an. Insofern hat Frau Lindström ihr Werbeversprechen gehalten, doch mir ist der Preis zu hoch, den meine Haut dafür bezahlen muss.

  3. 😀 Ich hab‘ viel gelacht. Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, der Beitrag war sehr witzig geschrieben. 🙂
    Ich bin total anfällig für Werbung, obwohl ich selbst ‚mal in der Werbung gearbeitet habe und weiß wie es funktioniert… aber manchmal siegt halt nicht die Vernunft.
    Dani hat kürzlich gebloggt: Vegan Box August & unser neuer KratzbaumMy Profile

  4. Ich musste sehr schmunzeln beim Lesen…auch wenn Dir sicher nicht dazu zu Mute ist.
    Fast hätte ich den Problem Solver auch gekauft, weil so Viele davon schwärmen und wäre damit zum Marketing-Opfer geworden. Irgendwann habe ich dann aber mal gelesen, was da genau drin ist und bei Zimt schrillten meine Alarmlocken. Dein Bericht hat mich nun endgültig geheilt!
    strawberrymouse hat kürzlich gebloggt: [Review] I+M Freistil Shampoo…oder: Rapunzel, Rapunzel,…My Profile

    • Mit den einzelnen Inhaltsstoffen habe ich kein Problem, ich habe mir sogar ein Enzympeeling mit Gewürzen zusammengestellt. Hier sind sie aber in so potenter Mischung, dass ich sie 1 zu 4 mit Heilerde strecken würde, sollte ich sie verbrauchen.

      Im Grunde finde ich die beiden Produkte nicht schlecht, halt nicht für mich. Leider.

  5. Polarstern

    Klar kannst du das so schreiben. Genau so. So unterhaltsam und nachvollziehbar, du drückst sowas von den Empathie-Button.

  6. Lena

    Liebe Karin,
    ich habe beim Lesen mit dir mitgelitten, habe ich doch in etwa dasselbe mit der Salvia-Maske von MG erlebt: Es brannte wie Feuer (auch noch lange nachdem die Maske längst runter war), mein Gesicht war knallrot und trotz Hydrolat und Wasser en masse wurde es erst nach rund einer halben Stunde ganz langsam besser…
    Die Ultra Purifying Mud Mask von Mádara hat bei mir übrigens einen ähnlichen Effekt, wenn sie zu lange drauf ist. Beim nachgebauten Clean Dirt merke ich dafür nichts in der Art.
    Aber so isses halt: Was für die eine Haut gut funktioniert, ist für die andere ein absolutes Fiasko. Insofern finde ich diesen Post völlig legitim (und für Leute, die das „Vergnügen“ noch nicht hatten, sicherlich auch amüsant 😉 ).

  7. Auweia! Hab auch noch eine Probe vom Problem Maker hier und werde sie lieber nicht verwenden ….
    Nur mal kurz gucken hat kürzlich gebloggt: Sommer, Sonne, Ferien – Nur mal kurz gucken geht in die SommerpauseMy Profile

  8. Angst haben brauchst du nicht. Wenn es zu sehr kribbelt oder sich warm anfühlt spülst du es ab. Falls es bei dir problemlos klappt: um so besser.

  9. Liebe Karin,
    ich kam erst jetzt zum Lesen, aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss *hihi*. Auch wenn deine Erfahrungen mit den Masken nicht gut waren, der Blogpost ist dafür umso besser geworden (: . Sehr unterhaltsam geschrieben und so passende Fotos x) .
    Gut, dass amazingy so einen tollen Probenservice anbietet!
    Liebe Grüße.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung hat kürzlich gebloggt: Aufgebraucht Nr. 13My Profile

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