DIY Zahnputzpulver

Seit ich meine elektrische Mühle habe, teste ich alles aus, was sich mit einer Mühle machen lässt. Zum Beispiel Zahnputzpulver! Seit mehreren Wochen nutze ich abwechselnd zu meiner Zahncreme zwei verschiedene Zahnputzpulver. Zahnputzpulver hat für mich etwas mit Spieltrieb zu tun, damit, etwas selbst herzustellen, was es so nicht zu kaufen gibt.

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Die meiste Putzarbeit beim Zähneputzen übernimmt die Zahnbürste. Unabhängig davon was ihr drauftut, solltet ihr darauf achten, dass schon eure Zahnbürste eine gute Grundreinigung leistet. Ich mag viele Zahnpasten nicht, weil sie mir zu stark minzig schmecken, das tut mir weh. Andere schäumen zu stark, fühlen sich komisch an oder schmecken schlecht. Außerdem habe ich das Gefühl, dass einige Zahncremes zu stark abrasiv sind, also den Zahnschmelz abschmirgeln. Dazu kommt, dass ich auf Fluorid verzichten möchte und statdessen zur Kariesvorsorge gerne Xylit verwenden würde. Die eierlegende Wollmilchsau unter den Zahncremes habe ich für mich gefunden, es ist das Provident Zahngel. Doch nur zu gerne wollte ich ein Pulver zum Zähneputzen ausprobieren, und drum habe ich die Experimentiersaison eröffnet. Ich habe nicht den Antrieb, komplett von Zahnpasta aus der Tube wegzukommen. Für mich ist es eine friedliche Koexistenz. Da ich sehr zufrieden bin, möchte ich meine DIY-Erfahrungen mit euch teilen.

Diejenigen unter euch, die gerne eine stark schäumende, fluoridhaltige Zahnpaste bevorzugen, werden mit diesem DIY nicht glücklich. Ich empfehle euch stattdessen bei Tubenpaste zu bleiben. Auch im Naturkosmetikbereich findet ihr gut schäumende und/oder fluoridhaltige Zahncremes.

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Ich habe mich dazu entschieden, meine Zahnputzpulver ohne Schleifpartikel zu mischen. Ihr findet daher keine Erden in meinem Rezept. Stattdessen habe ich solche Inhaltsstoffe gewählt, die einen positiven Einfluss auf die Mundflora haben. Sie wirken entzündungshemmend, blutstillend, antibakteriell, schmerzlindernd und beruhigend. Da wären beispielsweise:
Kamille
Lavendel
Melisse
Rosenblüten
Thymian
Zimt
Nelken
Ingwer
Lindenblüten
Minze
Petersilie

Wenn ihr euch ein Zahnputzpulver selbst zusammenstellen möchtet, dann lest euch am besten ein bischen in das Thema der Heilkräuter ein. So könnt ihr genau die Kräuter wählen, die am besten zu euch passen.

Über den süßlichen Geschmack xylithaltiger Zahncreme habe ich festgelegt, dass man in meinen Mischungen das Xylit ebenfalls herausschmecken muss – denn ich habe keine begründeten Grammangaben gefunden, warum in einer bestimmten Menge Zahnputzpulver eine bestimmte Menge Xylit drin sein sollte. Über Versuch und Irrtum bin ich bei einem Xylitanteil von 20 bis 25 Prozent angekommen. Daher habe ich in meinen Mischungen immer ungefähr ein Viertel bis ein Fünftel Xylitol drin. Das ist zwar nicht wissenschaftlich, doch ich persönlich bin mit dem Ergebnis dieser Herangehensweise zufrieden.

Eins meiner Rezepte besteht aus 1/4 TL getrocknete Ingwerstücke, 1,5 Nelken, 1TL Petersilie, 1TL Lindenblüten, 1TL Thymian, 1/4 TL Zimtstückchen, 1TL Rosenblüten, 1TL Lavendel, 1TL Melisse und 2-3TL Xylit plus zwei Tropfen ätherisches Pfefferminzöl. Zuerst habe ich das Xylit fein gemörsert, dann die Kräuter und Gewürze gemahlen und schließlich alles gemischt und fein gesiebt.

Vom Nelkengeschmack bin ich nicht begeistert, aber ich habe gelesen, dass Nelken sehr gut für Zähne und Zahnfleisch sein sollen. Darum habe ich welche in dieser Mischung drin, doch wer den Geschmack nicht erträgt, sollte die Nelken von vornherein weg lassen.
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Ja, wie wendet man das Pulver eigentlich an?
Mit den Borsten meiner komplett trockenen Zahnbürste stippe ich in meinen Tiegel mit Zahnputzpulver (ein ehemaliges Cremetöpfchen von Martina Gebhardt). Dann putze ich. So einfach ist das.
Anfangs ist das Mundgefühl etwas krümelig, so lange, bis sich die Kräuter und Gewürze im Mund verteilt haben und das Xylit aufgelöst ist. Dann schmecke ich nur noch die Kräuter und Gewürze, auf eine süßliche, nicht unangenehme Art. Es schäumt nicht, es brennt nicht nach Minze, ganz wie ich es mag. Ich habe mir angewöhnt, an Problemstellen etwas länger und kritischer zu putzen. Am letzten unteren Backenzahn etwa setzen sich gern Ablagerungen fest wenn ich nicht aufpasse, und um diese immer komplett wegzuputzen, benötige ich tatsächlich etwas mehr Putzzeit.

Ich liebe selbstgemachte Zahnputzpulver. Sie geben mir so viel Abwechslung und ich habe bei der Verwendung ein gutes Gefühl! Sie sind preisgünstig herzustellen, und wenn ich keine Lust darauf habe, stelle ich meine Dose für ein oder zwei Wochen in den Schrank. Kein Problem, denn die Kräuter und Gewürze sind genau so lange haltbar wie ihre Kollegen im Kräuter- oder Teeregal – also ewig. Für den nächsten Urlaub werde ich mir aus Papier ein winziges Tütchen falten und gerade so viel Pulver mitnehmen, wie ich benötigen werde. Genau so mache ich es mit Pulverdeo. Mit etwas Glück habe ich dann auch eine Mischung für die Gesichtsreinigung perfektioniert und spare mir eine Tube im Zipbeutel, dann habe ich mehr Platz für Sonnencreme. Perfekt für’s Handgepäck.

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Außerdem in Benutzung habe ich ein Pulver, das auf Petersilie und Lindenblüten basiert. Demnächst möchte ich eines mit viel Rosenblüten und Süßholz herstellen, vorausgesetzt, dass ich das Süßholz spreißelfrei mahlen kann. Das ist ein größerer Aufwand, da ich nach jedem Mahldurchlauf durchsiebe und neu mahle, die kleine Mühle jedoch nicht für Dauerbetrieb ausgelegt ist. Trotzdem: Rosen und Süßholz, das schmeckt schon jetzt himmlisch an meinem Gaumen.

 

Was gehört für euch zur Zahnpflege: macht ihr Ölziehen, benutzt ihr Zahnseide oder einen Zungenreiniger? Könnt ihr euch vorstellen, mit selbstgemachtem Pulver zu putzen?

6 Comments

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6 Responses to DIY Zahnputzpulver

  1. Tolles Rezept, so ein DIY werde ich auch mal machen. Bis dahin verwende ich meine Zahncremes von Weleda und Eco cosmetics.
    Elisabeth hat kürzlich gebloggt: Luxus Naturkosmetik? Für diese 3 Produkte lohnt sich die Investition!My Profile

  2. Liebe Karin,
    sehr interessantes Rezept. Ich nutze ja ebenfalls Xylitol, möchte mir demnächst damit auch ein Mundwasser mischen, nur ist das ja leider ohne weiteres nicht so lange haltbar.
    Bei Kräutern müsste ich mich erst mal rantasten, denn vieles schmeckt mir einfach nicht. Zu minzig/scharf darf es bei mir auch nicht sein.
    Toll, dass du deine Mühle so vielseitig einsetzt (: !
    Ich nutze Zahnseide und Mundwasser, die Zunge reinige ich während des Putzens. Liebe Grüße.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung hat kürzlich gebloggt: Naturkosmetik-Dupe Nr. 2 | Mascaras: L’Oréal vs. ZuiiMy Profile

  3. Okay, dann bist du ja gut ausgerüstet.

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