Trockene Fetthaut – was ist das?

Heute reaktiviere ich einen Artikel, der schon einmal auf meinem alten Blog erschienen ist. Das Thema liegt mir am Herzen, denn ich bekomme noch immer Leserzuschriften. Leser, die sich wünschen, dass es weiter geht, dass ich sie begleite und mehr Produkte empfehle um ihnen mit ihrer Haut zu helfen, wenden sich an mich und bitten um Hilfe.

Mir selbst ging es bis vor drei Jahren auch noch so, ich habe alles aufgesaugt, was sich vielversprechend zu meinem Hautbild angehört hat. Inzwischen bin ich ein gutes Stück weiter.

Viele Jahre war ich mir über mein Hautbild unsicher. Ich hatte immer viele Pickelchen, Mitesser und Milien, also war meine Haut wohl unrein. Dabei glänzte sie und war von einem öligen Film überzogen. Also war meine Haut wohl fettig. Sobald ich den Fettfilm mit Waschgel abgewaschen hatte, war meine Haut sehr trocken und spannte. Das war ein Anzeichen für trockene Haut. Davon abgesehen hatte ich ein Schmirgelpapiergefühl: strich man über die Haut, so fühlte man kleine Verhärtungen wie bei grobem Sandpapier. Besonders ausgeprägt war das im Kiefer- und Schläfenbereich. Außerdem habe ich viele Rötungen im Gesicht, mein Hautbild wirkt fleckig und ungleichmäßig, einige Produkte sorgen für ein Kribbeln oder Wärmeentwicklung auf der Haut. Das spricht für eine sensible, leicht zu Irritationen neigende Haut. Große Poren im Nasen- und Stirnbereich habe ich auch.

Zusammenfassend: meine Haut war unrein, fettig, trocken, sensibel, gerötet und großporig. Jahrelang habe ich versucht, meine Haut richtig zu pflegen, den störenden Fettglanz wegzubekommen und dabei das Spannungsgefühl zu mindern. Ohne Erfolg. Erst, als ich auf Siccas Blog (inzwischen offline) gestoßen bin, habe ich mich wirklich wiedererkannt:

Ich habe trockene Fetthaut!

Bei trockener Fetthaut funktioniert, grob gesagt, die Hautbarriere nicht. Feuchtigkeit geht verloren (dadurch leidet der Säureschutzmantel), und um elastisch zu bleiben, fettet die Haut nach. Der Talgfluss ist zäh, es entstehen Pickel, Mitesser. Durch zu scharfe und häufige Reinigung kann es zu verstärkten Symptomen, Überempfindlichkeit und Entzündungen kommen. Wer sich für eine ausführlichere Beschreibung interessiert, dem empfehle ich den einführenden Beitrag auf Siccas Blog (über die Way-Back-Machine).

Sicca baut ihre Routine meist auf konventionellen Produkten auf. Viele ihrer Produkte wollte ich nicht verwenden, aber dennoch den Sinn, der dahintersteckt, übernehmen. Fast drei Jahre lang habe ich inzwischen meine Haut nach dem tatsächlichen Hautzustand gepflegt. Es hat sich gelohnt, meine Haut hat sich sehr verbessert!

Da draußen im Netz gibt es immer noch viel zu wenig Informationen zur Pflege von fett-trockener Haut. Schon gar nicht, wenn man wie ich, auf Naturkosmetik setzt und am liebsten zertifizierte und/oder vegane Produkte einsetzen möchte.
Ich erkläre euch, welche Produkte ihr sinnvollerweise benutzen solltet und gebe euch Anhaltspunkte, wie ihr solche Produkte im Laden erkennt. Ich stelle euch Möglichkeiten vor, wie ihr die Produkte anwenden und kombinieren könnt. So könnt ihr selbst wählen, was eurer Haut gerade gut tut, und was euch hilft, weiter in die richtige Richtung zu gelangen.

Zusätzlich zum Text von früher habe ich euch noch ein Audio aufgenommen. Ich hoffe, es gefällt euch auf diesem Weg noch ein paar Extrainformationen zu bekommen:

Oh, und ich habe noch was für euch, speziell für euch mit trockener Fetthaut, aber auch für alle unter euch, die noch nicht so tief in die Materie des Schminkens eingestiegen sind und noch ein paar Produktvorschläge wollen: Make-Up für Einsteiger [Youtube].

In meinem Bilderarchiv finden sich schon seit Anfang meines Blogs Produkte, die ich euch noch immer uneingeschränkt empfehlen kann, falls ihr trockene Fetthaut habt. Im Sinne der Way-Back-Machine:

Cattier Perle d'eau Mizellenwasser

Cattier Perle d’eau Mizellenwasser

mg_sheabutter_tonic

BioSüd 2015 | Allgäuer Ölmühle Kleingrößen

Allgäuer Ölmühle Kleingrößen

mg_propoliscreme

Khadi Vetiver Gesichtsmaske | Zutaten

Khadi Vetiver Gesichtsmaske | Zutaten

beste_kosmetikhelfer_05

16 Comments

Filed under Naturkosmetik

16 Responses to Trockene Fetthaut – was ist das?

  1. Liebe Karin,
    ich habe eine Mischhaut, weshalb ich auch immer aufpassen muss, dass die Produkte nicht zu austrockend sind (meine Haut spannt schnell mal), aber eben auch nicht zu reichhaltig (Pickel- und Glanzgefahr).
    Sie ist aber recht ausgeglichen zwischen trocken und fettig, weshalb auch Produkte für normale Haut ganz gut funktionieren. Dein Video fand ich wie immer sehr schön (: . Ich freue mich immer, wenn ich ein neues von dir entdecke! Liebe Grüße.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung hat kürzlich gebloggt: Getestet: Stark deckende Mineralfoundations für unreine HautMy Profile

  2. Das geht runter wie Öl, danke!
    Karin hat kürzlich gebloggt: Recently Loved: Patchouli, Incense and SandalwoodMy Profile

  3. Liv

    Liebe Karin, ein toller post! Ich habe zwar einen ganz anderen Hauttyp, aber ich habe den Link zu deinem Post sofort zu meiner schwester durch geschickt, denn ich habe soo so sehr ihre Haut erkannt. Die Aufnahme (wie nenne man denn ein Video ohne bilder?!) ist auch super, denn deine Stimme ist angenehm und ruhig und man kann dir gut folgen. Super! ich freue mich auf mehr!
    Alles liebe, Liv
    Liv hat kürzlich gebloggt: Review: Sante LE Get the GlowMy Profile

    • Hallo Liv, ich freu mich sehr, dass es dir gefällt!

      Das Audio habe ich rund 15 mal angefangen, ich war sehr aufgeregt. Erst habe ich zu viel erzählt, dann zu wenig, und dann habe ich festgestellt, dass ich nur Dateien bis zu einer gewissen Größe hochladen kann. Also noch mal von vorn …

      Ich wünsch deiner Schwester, dass sie ein paar Tips mitnehmen kann und sich so langfristig besser in ihrer Haut fühlt.

      Liebe Grüße!

  4. Hallo Karin,

    ich erkenne mich in deinem Hauttyp 100% wieder. Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass Produkte für Mischhaut nichts für mich sind, obwohl ich doch immer so glänze! Ich habe viele Jahre dann Cremes für trockene Haut verwendet und meistens nur Gesichtswasser zum Abschminken, weil alles andere meine Haut austrocknete. Damit bin ich relativ gut gefahren, meine Haut war nie richtig schlecht, aber auch nie richtig gut.
    Vor einigen Monaten wollte ich es dann aber doch nochmal wissen und habe es mit Reinigungsschaum und fettfreier Creme versucht um diesen Glanz endlich zu besiegen. Das Ergebnis?? Unreine Haut, Verhornungen, Pickel. Mittlerweile bin ich aber ein ganzes Stück weiter, habe eine milde Reinigungsmilch gefunden und eine gute Creme. Feuchtigkeitsserum verwende ich auch schon und ab und zu auch eine Maske aus Heilerde. Seit dem ist meine Haut wieder weich und geschmeidig und die Unreinheiten lassen ganz langsam nach. Jetzt werde ich wohl nochmal den Zwischenschritt mit dem Öl ausprobieren! Mit meinem Gesichtsöl bin ich nämlich nie warm geworden, aber vielleicht lag es an der falschen Kombination.

    Lange Rede kurzer Sinn: Ich finde es super, dass du noch mehr zu dem Thema schreiben willst und freue mich auf die nächsten Artikel.
    Liebe Grüße
    Jenny

    • Hallo Jenny,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Falls du anfängst, ein Öl in deine Pflege mit einzubauen, dann fang mit einem sehr leichten Öl in einer sehr geringen Menge an. Zum Beispiel Traubenkernöl, das gibt es für wenig Geld im Bioladen oder bei Rewe. Massiere nach dem Duschen, noch unter der Dusche, einen Tropfen Öl in die Hautpartieen, die sonst am meisten spannen.

      Damit man Öl so fein dosieren kann benutzt man am besten eine Pipette. Die gibt es für ein bis zwei Euro in der Apotheke, und das ist sehr gut angelegtes Geld. Es ist nichts ärgerlicher, als in der Anfangszeit ein Öl zu überdosieren.

      Das nächste Mal geht es ums Abschminken, und ich würd‘ mich sehr über dein Feedback freuen!

      • Danke Karin für deine Antwort. Ich nutze ein Distelöl, dass habe ich mir vor einigen Wochen schon gekauft, da es gut bei fettiger Haut sein soll und ich da ja etwas experimentiert hatte. Hälst du es für geeignet? Ein dunkles Fläschchen mit Pipette hatte ich auch gleich besorgt, sonst ist die Dosierung wirklich schwer! Lg

      • Ja, Distelöl ist auch super. Es sollte jedoch nicht die High Oleic Variante zum Anbraten sein, da ist das Ölsäurespektrum anders als bei normalem Distelöl. Mhm, mal schauen ob ich Distel dahab‘, das könnte in Kombi mit Traubenkern, Hanf und Sacha Inchi toll sein.

        Distel ist ein gutes Hautöl bei trockener Fetthaut, ich darf das nicht vergessen bloß weil es nicht so gehyped wird.
        Karin hat kürzlich gebloggt: Recently Loved: Patchouli, Incense and SandalwoodMy Profile

  5. Tolle Produktempfehlungen und die Ergänzung mit dem Video gefällt mir ganz besonders gut. Ich weiß gar nicht so genau, welchen Hauttyp ich denn nun überhaupt habe. Viele Verkäuferinnen empfehlen mir oft Produkte für Mischhaut, insbesondere früher habe ich diese Ratschläge befolgt und die Produkte genutzt. Das Resultat war dann (je nach Produkt) entweder trockenere Haut oder fettigere Haut. Irgendwie haben Mischhaut-Produkte meine Haut schnell aus dem Gleichgewicht gebracht. Am besten komme ich mit Produkten für trockene Haut und sensible Haut zurecht, obwohl ich nicht sagen würde, dass meine Haut richtig trocken oder richtig sensibel ist. Ich würde einfach sagen, dass meine Haut sehr schwierig ist. Purer Alkohol und aggressive Cremes vom Hautarzt haben meine Haut im Teenie-Alter „zerstört“, bis heute ist sie kompliziert. Mittlerweile weiß ich aber, was sie mag und was sie nicht mag.
    Ginni hat kürzlich gebloggt: Agronauti: Naturkosmetik zum Mitmachen*My Profile

    • Liebe Ginni,

      zu wissen, was funktioniert, das ist das beste, was passieren kann. Ich habe sehr lange dafür gebraucht. Und sogar obwohl ich es weiß fällt es mir schwer, Balance in meiner Hautpflege zu halten. Produkte für sensible Haut sind eine gute Anlaufstelle, wenn man Probleme hat.

      Gerade sind es Schals und Halstücher: da, wo sie auf der Haut aufliegen, bekomme ich Pickelchen und Unterlagerungen. So ein Mist!

  6. Dein Artikel hat damals sehr geholfen, als ich angefangen habe, mich mit meinem Hautbild zu beschäftigen! Mir ging es da ganz genauso. Die Haut ist ölig und glänzt, ist aber trotzdem trocken und zu allem Überfluss auch noch empfindlich… Inzwischen beschäftige ich mich seit über 2 Jahren mit meiner trockenen Fetthaut und werde täglich schlauer! Witzig, dass ich auch auf das Mizellenwasser von Cattier gestoßen bin 🙂 Das gehört bei mir zum festen Bestandteil! Schön zu wissen, dass man nicht alleine mit diesem Hautbild ist!
    Mimose hat kürzlich gebloggt: bareMinerals Prime Time – und die Sache mit dem SilikonMy Profile

    • Mir ist damals auch ein Stein vom Herz gefallen als ich gesehen habe, dass ich mir mein Hautbild nicht blos einbilde. Ab da konnte ich viel besser handeln, mich drauf einstellen. Danke Mimose für dein Feedback!

  7. Liebe Karin,

    ich hab ein sehr ähnliches Hautbild. Nur dass bei mir nichts fettet.

    Ich hab quasi eine unreine, trockene Haut. Ne ganze Zeit lang hab ich immer wieder zu hören bekommen ‚deine Haut ist nicht trocken, sonst hättest du keine Pickel‘ – von der Kosmetikerin zu der mich meine Mama schickte, wegen der Mitesser. Sowieso neigt meine Haut eher zu Mitessern aus denen sich dann eben manchmal Pickel entwickeln.
    Ich muss wirklich sagen, dass ich manchmal lieber eine typische ölige Haut hätte. Oft haben diese Hauttypen nämlich ein glattes Hautbild. Bei mir ist es, obwohl mittlerweile viel reiner, unregelmäßig und hügelig. Und dadurch sieht meine Haut immer unrein aus. Auch wenn Mitesser viel weniger geworden sind. Durch diese ganzen Mini Erhebungen sieht es auch oft mit MakeUp nicht ebenmäßig aus.
    Mich macht das oft total traurig.

    Es ist zumindest mal schön, dass ich nicht allein bin damit. Bisher hatte ich nämlich echt den Eindruck. Vor allem die Empfindlichkeit und das Schuppen vor Trockenheit, geht mir echt auf die Nerven.

    Glycerin und Alkohol geht in der Pflege gar nicht und ich kann fast nur Mineral Foundation benutzen. Sonst geht es mit der Haut sofort den Bach runter.
    Mit Hydrolaten (z.B. von Dabba) und Sole in Verbindung mit hochwertigen Ölen (ich benutze die Öle von der Bodenseeölmühle, da die eine ganz bestimmte Ölpresse verwenden, die die Presskammer noch mal mit kaltem Wasser umspült) fahr ich ganz gut. Aber es ist echt ein bisschen frustrierend, als Kosmetikverrückte kaum etwas benutzen zu können.

    Ein schöner Artikel. Generell gefällt mir, wie informativ du deinen Blog auslegst. Das ist angenehm, bei den ganzen nichtssagenden Schicki Blogs.

  8. Anna

    Hi Karin,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich erkenne mich auch in deinem Hauttyp 100% wieder.

    Außer diesen Produkten, die ich sicherlich ausprobieren werde, würdest Du auch hausgemachte Masken o.ä. empfehlen? Vielen Dank

    Anna

    • Hallo Anna,

      schön von dir zu lesen!

      Hausgemachte Masken kann ich ganz klar empfehlen. Da kann man mischen, was gerade gut zum aktuellen Hautzustand passt. Je nach Wetter, Temperatur und Zyklus kann das bei mir ganz schön unterschiedlich sein.

      Sich so eine Maske selbst auszudenken, ist total leicht. Es geht nach dem 1+1+1 Prinzip:
      Trockene Basiszutat (Heilerde, Reismehl, …)
      Flüssige Basiszutat (Aloe Vera Gel, Honig, Wasser, Hydrolat, Pflanzensaft, …)
      Aktivstoff (ätherisches Öl, besondere Kräuter als Wasser- oder Ölauszug, Feuchtigkeitsspender, …)

      Welche trockene Basis wäre jetzt für meine Haut gut? Welche flüssige Basis wäre jetzt für meine Haut gut? Was ist derzeit mein größtes Problem, und welcher Wirkstoff hilft, die Haut zurück ins Gleichgewicht zu bringen? (Passen die drei Stoffe zusammen oder wirken sie einander entgegen? Dann noch mal neu überdenken!)
      –> Mischen und mit Wasser oder der trockenen Zutat die Konsistenz so einpendeln, dass sich die Masse gut auf das Gesicht auftragen lässt.

      Mal als Beispiel von meiner Haut, gerade jetzt:
      * Meine Haut hat keine Unterlagerungen, aber oberflächlich viele Rötungen und kleinere Pickel. Außerdem sind die Poren verstopft.
      ** Honig kann auf Enzymebene die Hautoberfläche glätten, er hat einen sauren pH-Wert. Honig kann helfen, die Haut zu heilen.
      ** Torf hat ebenfalls eine peelende Wirkung, davon werden die Poren freier, das Hautbild sieht ebenmäßiger aus. Ist ebenfalls pH sauer.
      ** Weiße Tonerde trocknet die Haut nicht so sehr aus wie Heilerde.
      * Ich würde mir heute also eine Maske aus 1/2 TL Honig, 1/2 TL Torf, 1/2 TL weißer Tonerde und ein bischen Wasser mischen.

      Ich hoffe, dass ich dir damit einen Impuls geben konnte, mit deiner Haut zu arbeiten, nicht gegen sie – dass das nicht funktioniert, habe ich am eigenen Gesicht gelernt.
      Karin hat kürzlich gebloggt: No-MakeUp-Look | RMS, marie w., PuroBio, AlverdeMy Profile

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