Umstieg auf Naturkosmetik | Minimalismus, Mix & Match

In einem meiner letzen Blogeinträge habe ich euch eine Liste an die Hand gegeben, mit der ihr nach und nach eure Kosmetikprodukte auf Naturkosmetik umstellen könnt. Dort hatte ich auch geschrieben, dass es so viele unterschiedliche Beweggründe und Zielvorstellungen gibt, auf Naturkosmetik umzusteigen.

Heute geht es um diejenigen, die

  • gerne minimalistisch aufgestellt sind,
  • einen kostengünstigen Umstieg planen,
  • sich von zu viel Auswahl erschlagen fühlen,
  • einfache und unkomplizierte Produkte bevorzugen,
  • gezielt Hautprobleme angehen oder Pflegeansprüche umsetzen wollen,
  • Schönheit auch von innen Unterstützen möchten
  • und Vielseitigkeit von ihrer Auswahl erwarten.

Für euch, die ihr euch angesprochen fühlt, habe ich heute fünf Produkte zusammengestellt. Von diesen Produkten gibt es jeweils Varianten, die ihr an eure Haut und Pflegesituation anpassen könnt. Das ist total einfach, kostet nicht die Welt, und ihr habt hinterher total viele Einsatzmöglichkeiten durch die Kombination eurer Produkte – versprochen!

Okay, und was sind das für Sachen, die ich für einen minimalistischen Umstieg auf Naturkosmetik brauche?

  • Wascherde = Ghassoul
  • Waschgel
  • Pflanzenöl
  • Pflanzensaft oder Kräuter
  • Waschlappen

Das kann doch nicht alles gewesen sein, oder?

— Doch!

Kurz und knapp, ein Beispiel: Duschen und Haare waschen mit dem Waschgel, Gesichtsmaske und Reinigung mit der Wascherde, Körper- und Gesichtspflege mit Aloe-Vera-Saft und Traubenkernöl.

Produktgruppen

Wenn man den Waschlappen aus der Rechnung rauslässt, erhält man 15 Kombinationsmöglichkeiten. So kann man das, was man braucht, schnell zusammenstellen. Bevor ich auf die Kombis eingehe, möchte ich jeweils noch ein paar Worte zu den einzelnen Produkten beziehungsweise Produktgruppen selbst sagen.

Wascherde

Es gibt verschiedene Erden, unter anderem weiße, rote und grüne Tonerde – die meine ich hier jedoch nicht. Ich rede hier von Wascherde, auch Rhassoul oder Ghassoul genannt, oder Fuller’s Earth. Mein Exemplar ist von Logona (♦ PR-Sample), aber ich habe auch schon andere Produkte diverser Marken verwendet. Durch die feinen Partikel hat Wascherde eine große Oberfläche, somit können Haare und Körper physikalisch und ohne weitere Tenside gereinigt werden. Wascherde enthält Mineralien und Spurenelemente, je nach Zusammensetzung der gewählten Erde können die recht unterschiedlich sein. Die Reinigungswirkung bei Wascherde ist hoch.

Waschgel

Das Alverde Med Waschgel ♣ ist eine kostengünstige und reizarme Wahl wenn es um fertige tensidhaltige Reinigungsprodukte geht. Es ist die perfekte Basis, wenn man Tenside mit anderen Sachen kombinieren möchte.

Ich habe mein Waschgel schon ein paar mal selbst gekauft, da es sich wirklich wunderbar kombinieren lässt und mit ca. 2€ pro Tube auch sehr erschwinglich ist. Ihr könnt aber natürlich jedes andere milde, unbeduftete Duschgel oder Waschgel verwenden.

Pflanzenöl

Hier ist unsere erste Pflegekomponente im Mix & Match: Pflanzenöle und Pflanzenbuttern gibt es sowohl im Naturkosmetikbereich als auch in der Lebensmittelabteilung des Bioladens. Habt keine Scheu vor den Küchenregalen, Bio-Öle in Lebensmittelqualität eignen sich hervorragend zur Hautpflege! Ich habe die Exemplare, die ich euch hier zeige, selbst gekauft (♣), im Bioladen und online.

Leichte Pflege, die schnell einzieht, bekommt man zum Beispiel von Traubenkernöl, Sacha Inchi-Öl, Hanföl oder Arganöl. Diese Öle enthalten viele mehrfach oder einfach ungesättigte Fettsäuren (Linolensäure, Linolsäure).

Mittlere Pflege spenden Pflanzenöle mit hohem Anteil an Ölsäure, unter anderem Olivenöl, Mandelöl oder Aprikosenkernöl.

Nachhaltige Pflege, die langsam einzieht und einen pflegenden Film auf der Haut hinterlässt, erreicht man mit Sheabutter, Mangobutter, Kokosöl oder anderen Pflanzenbuttern wie Kakaobutter. Das sind Pflanzenöle mit langkettigen, gesättigten Fettsäuren, und sie sind bei Zimmertemperatur meistens fest.

Wenn ihr euch für eine feste Variante entscheidet, erwärmt diese im Wasserbad, bevor ihr sie mit anderen Sachen mischt.

Pflanzensaft oder Kräuter

Das ist die zweite Pflegekomponente. Sie gibt unserem Mix & Match die Möglichkeit, Hautprobleme gezielt zu behandeln oder Pflegevorteile zu nutzen. Pflanzensäfte können innerlich und äußerlich angewandt werden, denkt zum Beispiel an Aloe-Vera-Saft, Birkenwasser, Kokoswasser, pürierte und gepresste Gurke, aber auch Brennnessel, Rosmarin oder Salbei gibt es als Pflanzensaft zu kaufen. Damit sich eine Flasche Pflanzensaft länger hält, solltet ihr sie als Eiswürfel einfrieren.

Sowohl die Melissenblätter als auch den Rosmarin-Frischpflanzensaft habe ich mir selbst gekauft (♣).

Wer keine Möglichkeit hat, den Saft einzufrieren, der kann auf getrocknete Kräuter und Pflanzenteile zurückgreifen. Aus der Kräuterheilkunde kennt ihr sicher Kamille, Lavendel oder Melisse, aus denen sich mit kochendem Wasser Pflanzenauszüge (Tee) herstellen lassen, oder ihr könnt die Pflanzenteile mit Öl für einen Ölauszug ansetzen.

Waschlappen

Mit dem und einer kleinen Menge Wasser kann man sich immer und überall frisch machen, und unter der Dusche reicht ein Waschlappen zwischendurch alleine aus. Vor allem im Sommer, wenn man abends zur Erfrischung und Abkühlung noch mal unter die Dusche hüpft, sollte man seine Haut nicht mit tensidhaltigen Reinigern belasten, da ist ein Waschlappen die bessere Alternative.

Ich habe diverse Waschlappen aus Baumwolle, Bambus und Mikrofaser in Form von Handschuhen und Lappen, die habe ich auch alle selbst bezahlt (♣).

Die Kombinationsmöglichkeiten im Überblick

  1. Waschgel
  2. Öl
  3. Pflanzensaft
  4. Erde
  5. Waschgel + Öl
  6. Waschgel + Pflanzensaft
  7. Waschgel + Erde
  8. Öl + Pflanzensaft
  9. Öl + Erde
  10. Pflanzensaft + Erde
  11. Waschgel + Öl + Pflanzensaft
  12. Waschgel + Öl + Erde
  13. Waschgel + Pflanzensaft + Erde
  14. Öl + Pflanzensaft + Erde
  15. Waschgel + Öl + Pflanzensaft + Erde

Na, dann mal los: hier kommen sie, die minimalistischen DIY, mit denen ihr euren Alltag in ein Day-Spa verwandeln könnt. Falls ihr wollt. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Waschgel

Das pure Waschgel eignet sich zum Duschen, Haare waschen und zur Gesichtsreinigung. Verteilt eine kleine Menge mit etwas Wasser zwischen den Handflächen, so könnt ihr sparsam mit dem Waschgel reinigen. Ihr braucht nicht viel Schaum, um sauber zu werden, heutzutage wird man doch kaum mehr richtig schmutzig.

Beim Duschen reicht es, das Waschgel unter den Achseln aufzuschäumen, und mit dem was man an den Händen hat die Füße zu waschen. Der Rest wird mit klarem Wasser abgespült oder mit dem Waschlappen beim Abbrausen sanft abgerieben. Das gilt auch für den Intimbereich, den solltet ihr nur im Ausnahmefall mit Tensiden reinigen, ich tue das nur einmal in 1-2 Wochen.

Zum Haare waschen gebt etwas Waschgel in eine leere Plastikflasche (hebt die vom letzten aufgebrauchten Shampoo oder Duschgel auf) und füllt mit etwas Wasser auf. Es reicht die Menge, die ihr sonst auf dem Kopf verteilt, und dazu ca. 30-50 ml Wasser. Durch das Wasser lässt sich das Shampoo besser verteilen, ihr braucht wahrscheinlich weniger Produkt als sonst. So könnt ihr euch langsam an die Menge herantasten, die ihr wirklich braucht. Wenn ihr genug Schaum auf dem Kopf habt, könnt ihr den auch zum Duschen verwenden. Easy-peasy, ohne Duschpuschel.

Wenn ihr das Gesicht waschen wollt, solltet ihr es vorher gut nass machen. Dann verteilt eine wirklich kleine Menge – so viel wie zwei Linsen oder eine kleine Erbse – zwischen den Handflächen und emulgiert das Waschgel dann im Gesicht auf. Es sollte nicht schäumen sondern nur sanft cremig ein paar einzelne Blasen bilden. Mit lauwarmem Wasser gut abwaschen und sanft trockentupfen, fertig.

Öl

Mit dem Öl lässt sich die Haut am ganzen Körper, auch im Gesicht, toll pflegen.

Im Gesicht reichen 2-6 Tropfen, die solltet ihr erst zwischen den Handflächen verteilen und dann sanft mit den Händen auf das nasse / feuchte Gesicht aufdrücken. Wartet ein paar Minuten, das Öl zieht gut ein. Falls das Gesicht (zu) trocken ist, bildet sich oft ein Film auf der Haut, das Öl braucht wesentlich länger, um einzuziehen, und fühlt sich dadurch klebrig an. Befeuchtet eure Haut in so einem Fall etwas mehr (tropfnass aus der Dusche kommend zum Beispiel), verwendet weniger Öl oder steigt auf ein leichteres Öl um.

Zur Körperpflege verteilt ihr, am besten noch nass in der Dusche, ein leichtes Öl auf der Haut. Falls ihr nur einzelne trockene Stellen pflegen wollt rate ich zu Sheabutter, die ihr ganz gezielt (auch auf trockene Haut) auftragen könnt.

Ein paar wenige Tropfen Öl helfen auch bei trockenen Haarspitzen, dazu das Öl zwischen den Handflächen verteilen und dann mit den Händen von unten in die Spitzen greifen und sanft einkneten.

Zur Massage eignet sich Öl auch, vor allem im Gesicht ist das toll. Ungefähr 10 Tropfen im Gesicht verteilen, massieren, dann mit einem feuchten Waschlappen abreiben – so könnt ihr auch Make-Up entfernen.

Pflanzensaft

In der Drogerie gibt es diverse Pflanzensäfte, und im Reformhaus ist die Auswahl noch mal größer. Besorgt euch eine kleine Flasche, füllt die in einen Eiswürfelbehäter um und friert das ein. Für den täglichen Gebraucht zur Gesichtspflege könnt ihr einen der Eiswürfel separat in einem Behälter aufbewahren und jeden Tag leicht zwischen den Handflächen antauen lassen. Die Menge reicht aus, um das Gesicht zu pflegen. Zur Körperpflege könnt ihr vor dem Duschen einen Eiswürfel in einem kleinen Gefäß auftauen lassen, der Saft hält sich anschließend noch 1-2 Tage im Kühlschrank.

Aloe Vera-Saft eignet sich als Solist zur Hautpflege von öliger Haut. Es hilft bei Sonnenbrand anstatt einer Körperlotion, kann aber auch sonst auf trockene oder feuchte Haut aufgetragen werden. Nicht zu viel verwenden, sonst klebt es.

Man kann auch eine Gesichtsmaske mit Aloe Vera-Saft machen: dazu 1 Esslöffel in ca. 10 Schichten mit einem Pinsel auf das Gesicht auftragen, jede Schicht gut antrocknen lassen. Das wird eine klebrige Angelegenheit, die man nach ca. 15 Minuten mit lauwarmem Wasser abspült.

Neben Aloe-Vera kann man andere Säfte verwenden, Salbei hilft innerlich und äußerlich gegen übermäßige Schweißproduktion und hilft, Schweißgeruch zu mindern. Rosmarin verbessert die Durchblutung. Birkenwasser und Kokoswasser kann man ähnlich verwenden wie Aloe Vera.

Lest euch bei (Frisch-)pflanzensäften bitte immer auch die Anwendungshinweise auf der Packung durch, egal ob ihr sie innerlich oder äußerlich anwendet. Nicht jede Pflanze ist für jeden zu empfehlen, besonders wenn ihr schwanger seid, Allergien oder chronische Krankheiten habt.

Eine innerliche Anwendung ist die Basis für die äußerliche Anwendung, so nach dem Motto: vorbeugen ist besser als heilen. Das gilt übrigens auch für die Pflanzenöle, die einen wichtigen Baustein im Stoffwechsel des Körpers darstellen können. Wenn sich die Haut von innen heraus gesund erneuert, braucht man an der Oberfläche weniger cremen und pflegen.

Erde

Mit Wascherde könnt ihr euch von oben bis unten sauber machen. Dazu Erde mit der gleichen Menge Wasser in einem kleinen Einmachglas kurz verrühren, 10 Minuten stehen lassen. In dieser Zeit saugt sich die Erde voll und es entsteht eine mehr oder weniger feste Paste. Jetzt gebt ihr so viel Wasser dazu, bis euch die Konsistenz gefällt. Deckel auf das Glas, gut schütteln, fertig. Zum Haare waschen in die trockenen oder feuchten Haare geben, zwei bis drei Minuten einwirken lassen, ausspülen. Fürs Gesicht und den Körper reicht es, sich damit einzureiben wie mit Duschgel.

Die Wascherdepaste ist auch eine tolle reinigende Maske: mit einem Pinsel auf das Gesicht geben, Mund- und Augenpartie aussparen. Abwaschen, sobald die Maske leicht angetrocknet ist. Falls sich die Haut nach einer Wascherdemaske zu trocken anfühlt, könnt ihr auch eine Aloe Vera-Maske im Anschluss machen, die wirkt Feuchtigkeit spendend und hautberuhigend.

Falls sich die Maske im Haaransatz festkrümelt: mit einem nassen Waschlappen lässt sich die Erde gut lösen und dann abspülen.

Waschgel + Öl

Viel Waschgel + wenig Öl:
Macht das Waschgel etwas sanfter. Anwendung wie Waschgel, siehe oben.

Viel Öl + wenig Waschgel:
Wenn ihr ungefähr 5 Teile Öl mit 1 Teil Waschgel in den Handflächen mischt, habt ihr ein tolles Abschminkprodukt. Massiert das ölige Gemisch in die trockene Haut bis sich die Schminke gelöst hat, anschließend könnt ihr es mit Wasser abwaschen. Ihr könnt auch zuerst mit dem Öl allein das Gesicht massieren, dann eine kleine Menge Waschgel zwischen den Händen verreiben und damit das Öl aufemulgieren. Mit den Mengenverhältnissen könnt ihr variieren, und im Zweifelsfall könnt ihr auch mit dem Waschlappen nachhelfen, falls ihr doch zu viel Öl erwischt habt.

Waschgel + Pflanzensaft

Jetzt wird es richtig spannend. Mit Waschgel und dem jeweiligen Pflanzensaft könnt ihr euch ein Shampoo, Duschgel oder einen Gesichtsreiniger mischen, der euer Hautproblem adressiert. Bei juckender, schuppender Kopfhaut gebt ihr 10-20 ml Brennnesselsaft mit dem Waschgel in die Mischflasche, Wasser dazu, Haare waschen, fertig. Bei trockener Kopfhaut könnt ihr Aloe Vera-Saft mit Waschgel mischen.

Für einen Gesichtsreiniger könnt ihr auf die getrockneten Kräuter zurückgreifen, zum Beispiel Kamille und Lavendel bei geröteter, gestresster Haut. Setzt einen sehr starken Tee aus den Kräutern an, mischt etwas davon mit dem Waschgel und wascht damit das Gesicht. Nach dem Abspülen den restlichen, kalten Tee zum Nachspülen verwenden, also jeweils etwas in die hohle Hand geben, zwischen den Handflächen verteilen, das Gesicht benetzen, wiederholen.

Auch hier gilt: lest euch bitte in die Kräuterkunde ein, mindestens für die Pflanze oder das Kraut, das ihr einsetzen wollt.

Waschgel + Erde

Wenn ihr Waschgel und Erde zu gleichen Teilen mischt und dann mit Wasser verdünnt, erhaltet ihr ein Volumenshampoo. Kurz einwirken lassen, ausspülen, fertig.

Öl + Pflanzensaft

Viel Öl + wenig Pflanzensaft:
In der Hand mischen, auf die nasse Haut wie eine Körperlotion einmassieren. Funktioniert auch gut mit Aloe Vera-Saft und Traubenkernöl im Gesicht.

Viel Pflanzensaft + wenig Öl:
Gebt in ein Schraubglas 1-2 EL Pflanzensaft und 3-10 Tropfen Öl. Füllt auf ca. 100 ml mit Wasser auf und schüttelt die Mischung gut durch, das Öl sollte sich in feinen Tröpfchen in der Mischung dispergiert haben. Diese Mischung ergibt eine Haarspülung mit mehr oder weniger pflegender Komponente, je nachdem, welche Zutaten in welcher Menge ihr wählt. Besonders bei Kopfhautproblemen empfehle ich so eine Spülung! Zuerst gebt ihr die eine Hälfte der Spülung auf den Kopf, massiert eure Kopfhaut, verteilt die Spülung in den Längen. Das wiederholt ihr dann mit der zweiten Hälfte. Anschließend ausspülen!

Öl + Erde

Viel Öl + wenig Erde:
Ergibt ein sanftes Gesichts- oder Körperpeeling. Ca. 5 Teile Öl mit 1 Teil Erde mischen, auf die trockene oder feuchte Haut massieren, abwaschen (entweder mit Waschgel oder mit dem Waschlappen).

Viel Erde + wenig Öl:
Erde mit Wasser 1:1 zu einer Paste mischen, dann etwas Öl dazu geben. Mit dieser etwas cremigeren Paste kann man sein Gesicht massieren (Peeling), anschließend antrocknen lassen (Reinigungsmaske), dann abspülen. Das ist etwas sanfter als nur Erde und Wasser. So eine Mischung eignet sich auch bei sehr trockener Kopfhaut zum Haare waschen.

Pflanzensaft + Erde

Hier kommen wir in den Bereich der heilenden Packungen.

1-2 Teile Pflanzensaft (oder starken Tee) mit 1 Teil Erde mischen, vor dem Haare waschen auf die Kopfhaut auftragen, ausspülen, Haare waschen: hilft bei Kopfhautproblemen, je nach verwendetem Pflanzenanteil.

Bei Pickeln punktuell auftragen, antrocknen lassen, abspülen. Gerne als Maske für’s Dekolletée vor dem Duschen auftragen, oder wenn ihr (wie ich) Probleme mit Pickelchen auf den Oberarmen und Schenkeln habt.

3er- und 4er-Mischungen

Waschgel + Öl + Pflanzensaft

Je 1 Teil Waschgel, Öl und Pflanzensaft in der Hand mischen ergibt ein cremiges Duschgel das wenig schäumt und sanft reinigt. Bitte nicht auf Vorrat anmischen, da hier die Konservierung fehlt und ihr ganz schnell eine Bakterienschleuder hättet.

Waschgel + Öl + Erde

3 Teile Erde, 1 Teil Öl, 1 Teil Waschgel, ca. 2-8 Teile Wasser (zur gewünschten Konsistenz) mischen; ergibt eine cremige Pflegespülung für die Haare. Hier müsst ihr mit den Komponenten etwas spielen: Das Waschgel hilft beim Auswaschen, die Erde reinigt, gibt aber auch Volumen, und das Öl pflegt. Ich rate dazu, zuerst Erde und Wasser miteinander zu mischen und ziehen zu lassen, damit die Erde sich mit dem Wasser vollsaugen kann. Dann zu dieser Paste Öl und Waschgel gleichzeitg dazugeben und vermischen, und dann so viel Wasser nachgeben, bis ihr eine cremige Konsistenz habt.

Waschgel + Pflanzensaft + Erde

3 Teile Waschgel, 1 Teil Pflanzensaft, 2 Teile Erde ergeben ein cremiges Duschgel mit ganz sanfter Peelingwirkung. Und die Dusche sieht nachher sehr schmutzig aus, also alles gut abspülen, auch die Wände.

Öl + Pflanzensaft + Erde

2 Teile Öl, 2 Teile Pflanzensaft und 4 Teile Erde zu einer Paste mischen, mit Wasser auf die gewünschte Konsistenz verdünnen, nach dem Duschen auf dem feuchten Körper verteilen (peelt und pflegt) und ausgiebig massieren. Auch hier müsst ihr mit den Anteilen etwas spielen, damit ihr nach dem Abbrausen weder zu fettige noch zu ausgetrocknete Haut habt.

Waschgel + Öl + Pflanzensaft + Erde

2 Teile Erde mit 3 Teilen Pflanzensaft mischen und ein paar Minuten ruhen lassen. 4 Teile Öl mit 1 Teil Waschgel gut mischen. In der Dusche den Körper zuerst mit der Erdemischung einreiben (mit Wasser vorher zur gewünschten Konsistenz verdünnen) und massieren, je nach Pflanzensaft und Dauer der Massage kann das anregend oder entspannend sein, kühlend oder durchblutungsfördernd. Anschließend mit dem Ölgemisch über der Erdemischung wiederholen, so können sich auch die öl-löslichen Komponenten aus dem Pflanzensaft mit dem Hautfett verbinden. Durch das Waschgel lässt sich das Gemisch besser abspülen. Falls die Masse auf dem Körper antrocknet, mit ein paar Händen voll Wasser verdünnen.

Fazit

Mit diesen 4 Komponenten könnt ihr eine ganze Menge rumprobieren, für fast jede Anwendung in der Körperpflege könnt ihr eine DIY-Variante herstellen. Aber auch einzeln angewendet habt ihr mit diesen Produkten eine solide Basis für einen Umstieg auf Naturkosmetik, da möchte ich euch ganz besonders den guten, alten Waschlappen ans Herz legen.

Weniger ist mehr! Weniger Wasser, weniger Produkte, mehr Hautschonung, und Haut die im Gleichgewicht ist, braucht dann auch weniger Pflegeprodukte.

Es handelt sich hier bei allen Rezepten um ungefähre Mischungsverhältnisse. Je nach verwendeter Erde, Pflanzensaft oder Waschgel benötigt ihr mehr oder weniger, und auch die Vorlieben, was Konsistenz angeht, schwanken von Person zu Person.

Für noch mehr Abwechslung sorgen Meersalz, Apfelessig, Honig und eine Gewürzmischung mit Kurkuma. Aber das ist dann was für diejenigen, die aus DIY-Gründen auf Naturkosmetik umsteigen wollen. Und dafür braucht es einen eigenen Beitrag hier auf meinem Blog. Später.
 

Könnt ihr euch vorstellen, mit so wenigen Produkten auszukommen?
Was sind eure liebsten Kräuter oder Pflanzenauszüge?
Welche Erde bevorzugt ihr zur Körperpflege?

Schreibt gerne in die Kommentare, wie eure minimalistische Austattung der Naturkosmetik aussieht, und wie ihr die Produkte anwendet. Dieser Beitrag soll eine Ideenquelle sein, weniger zu kaufen, weniger zu besitzen, weniger zu benutzen, weniger zu wollen. Mehr mit sich zufrieden zu sein, mehr auf sich selbst und seinen Körper zu hören, mehr Spaß an den Produkten zu haben, die man schon besitzt.

2 Comments

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2 Responses to Umstieg auf Naturkosmetik | Minimalismus, Mix & Match

  1. Liebe Karin,
    vielen Dank für diesen umfangreichen, inspirierenden Artikel!
    Es ist auch meine Wunschvorstellung, so wenige Pflegeprodukte wie nötig zu besitzen und benutzen. Bei der Gesichtspflege funktioniert das für mich (noch) nicht, Körper und Haare pflege ich aber momentan mit so wenigen Produkten wie noch nie zuvor: Water Only Haarwäsche, eine Duschbutter und ein Öl zur anschließenden Pflege. In die Haarlängen kommt zur Pflege noch eine zweckentfremdete Reinigungsmilch, fürs Peeling am Körper wird ein Peelinghandschuh verwendet. Damit bin ich momentan wirklich mehr als zufrieden (: .
    Mit Wascherde und Öl zur Gesichtsreinigung möchte ich auch noch experimentieren. Meine Toner mische ich seit Jahren schon selbst. Im Moment u.a. Aus Aloe Vera Saft und Meerwasser (: .
    Ganz liebe Grüße <3 .
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung hat kürzlich gebloggt: Einführung von Affiliate-Links auf Projekt SchminkumstellungMy Profile

  2. Hallo Theresa,
    ein Tonner aus Aloe Vera Saft und Meerwasser? Das klingt cool! Ich habe mir aus Fuerteventura Meerschaumsalz mitgebracht, das dort aus einer historischen Saline gewonnen wird. Es ist sehr reich an Mineralien. Ich denke, ich sollte es mit destilliertem Wasser rückverdünnen und schauen, was meine Haut dazu sagt. Ich mag das Meer nämlich unheimlich gern, und ich fühle mich in Meerluft sehr wohl und kann stundenlang durch die Brandung laufen.
    Karin hat kürzlich gebloggt: Umstieg auf Naturkosmetik | Minimalismus, Mix & MatchMy Profile

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