Projektmanagement als Leidenschaft (TB05)

Heute gibt es nur einen kurzen Text von mir, da das Thema Projektmanagement zu umfangreich ist, als dass ich es heute ausreichend vorstellen könnte.

Ich liebe es, zu planen und zu strukturieren. Ich frage: Wer ist beteiligt? Was brauchen die? Was wollen die? Ist das sinnvoll? Was spricht dagegen? Ist das machbar? Bis wann? Was wird es kosten? Reicht die Ausgangslage?

Schon zu Schulzeiten, als wir Erörterungen als mehrstündige Klassenarbeiten geschrieben haben, habe ich im Vorfeld strukturiert und geplant. Die anderen saßen an ihren Tischen und haben wie wild drauf los geschrieben, ich habe erst mal ein Brainstorming mit Mind-Map gemacht. Damals hieß das noch, dass man eine ungefilterte Gedankenliste schreibt und die Beziehungen zwischen den Gedanken mit Strichen und Symbolen hervorhebt. Erst, wenn ich mit meinem Grobentwurf fertig war und wusste, wie die fertige Arbeit aussehen soll, habe ich angefangen zu schreiben.

Die meisten Menschen in meinem direkten Umfeld sind Informatiker oder durch Informatiker geprägt. Ich selbst bin zwar keiner, kann aber mit einigen der Methoden oder Denkstrukturen viel anfangen, sie erscheinen mir für meine Denke total logisch. (Erst vor wenigen Jahren habe ich gelernt, dass das nicht für alle anderen Menschen gilt.) Deshalb habe ich mich, unabhängig von Softwareentwicklung, schon viel mit solchen Sachen wie Personas, User Stories, Kanban, Scrum, Lean, Agile und Requirements Management auseinandergesetzt. Ich arbeite am liebsten inkrementell und iterativ, und ohne Issue Tracker fühle ich mich ein wenig nackt.

Auf meiner ganz persönlichen Reise in ein grüneres, nachhaltigeres Leben helfen mir diese Kenntnisse auch im Alltag weiter, ich wende sie unterbewusst an. Ich finde es total spannend, Mahlzeiten zu planen, oder meine Packliste, Ausflüge zu organisieren oder Schränke auszumisten.

Ich habe für euch eine kleine Liste an Fragen erstellt, die euch im Alltag helfen kann, Haushaltsprojekte strukturierter und mit weniger Aufwand zu erledigen.

  • Was ist das Ziel, das erreicht werden soll?
  • Wer ist beteiligt?
  • Was sind die Ansprüche dieser Personen?
  • Was sind die Ressourcen?
  • Was ist der Zeitrahmen?
  • Wie ist die Reihenfolge der Dinge, der zeitliche Ablauf?
  • Kann das überhaupt so funktionieren?
  • Was kann / muss ich ändern, damit es funktionieren kann?
  • Welche Arbeitsschritte ergeben sich daraus, und wer muss sie bis wann erledigt haben?
  • Wurde das Ziel erreicht? Was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen, und warum?

Als Beispiel in der Umsetzung nehme ich einen fiktiven Wochenendurlaub im Schwarzwald.

  • Ziel: Ich möchte ein entspanntes Wochenende mit der Familie verbringen, Natur erleben, wandern.
  • Mittäter: Ehemann. Plüschschaf Leo.
  • Ehemann möchte wandern und sich nicht um das Essen kümmern. Falls es regnet, möchte er in ein Museum oder eine Therme. Leo möchte abends Netflix kucken.
  • Ressourcen: Auto, 300€, Essen vorbereiten und mitnehmen, Wander- und Regensachen sind vorhanden.
  • Termin: Freitag Abend bis Sonntag Abend.
  • Freitags nach der Arbeit in den Schwarzwald fahren, ankommen, Abendessen, Netflix, schlafen, frühstücken, wandern, Mittagessen, wandern, Abendessen, Netflix, schlafen, frühstücken, wandern, heimfahren.
  • Das funktioniert nur, wenn wir freitags abends zeitig loskommen, sonst ist der Weg zu weit. Wir brauchen ein Hostel oder eine Ferienwohnung. Wir müssen Netflixfolgen runterladen weil wir voraussichtlich kein Internet haben werden. Wir brauchen Wanderinformationen, Infos zu Museen und Therme.
  • Umplanen: auf der Arbeit zwei Stunden früher Schluss machen, Termine umlegen. Netflix runterladen. Hostel suchen.
  • Hostel buchen, Sachen packen, Auto packen, Essen packen, Wanderungen / Mussen / Therme raussuchen: Ich. Auto tanken, Netflix runterladen: Ehemann. Brav rumsitzen und warten: Leo. Alles bis spätestens 3 Tage vorher, außer Essen packen und Auto packen.
  • Memo an mich: nächstes Mal fahren wir lieber ins Fichtelgebirge, für einen Wochenendtrip ist der Weg in den Schwarzwald zu weit. Da kommen wir kaum zum Erholen und sitzen zu viel im Auto. Und lieber ein Hörbuch mehr einpacken für die Fahrt, und dafür eine Folge Netflix weniger.

Die Quintessenz im Groben ist: Welche Arbeitspakete in welcher Reihenfolge muss wer bis wann erledigt haben? Ist das möglich?

Gibt es etwas zum Thema, das euch interessiert?

 

Erkenntnis des Tages: Ich sollte ein Buch draus machen.

4 Comments

Filed under Zeitgeist

4 Responses to Projektmanagement als Leidenschaft (TB05)

  1. Erwischt! Ich liebe es auch, zu planen und zu organisieren. Lebe das auch total mit meinem Blog aus.Heißt, der Redaktionsplan stand schon im letzten Juli für ein komplettes Jahr, also bis Juli d.J. Dann gibts auch ne kleine Pause bis September. Mich macht das sehr zufrieden aber gleichzeitig vermisse ich auch etwas Spontanität. Bzw. man kann auf Neuheiten nicht so schnell reagieren. Viele Grüße von Judith

    • Hallo Judith,
      so einen Redaktionsplan hatte ich mir auch schon überlegt, aber mir kommt doch immer das Leben selbst und mein Perfektionismus dazwischen. In einem solchen Plan lassen sich doch auch Platzhalter einfügen, für Spontanität und Aktualität.

  2. Ich musste gerade grinsen; ich habe Projektmanagement im Studium noch anhand der Organisation einer Pizza-Party gelernt 😀
    Obwohl ich Struktur und Organisation liebe, finde ich die Methodik dazu meist recht ermüdend. Statt Zeit in die Vorbereitung zu investieren, lege ich lieber los. Ich kann auch nur schwer schrittweise arbeiten, weil ich mich am liebsten um 3 Probleme gleichzeitig kümmere, ansonsten langweile ich mich schnell.
    Nur To Do-Listen abhaken…das ist voll mein Ding 😀
    strawberrymouse hat kürzlich gebloggt: [Skincare-ABC] Review zur COSRX Propolis Light AmpuleMy Profile

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge