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i+m Tausendschön Deo Creme Grapefruit | Review

Natronbasierte Deocremes gehören schon seit Jahren fest zu meiner Körperpflege. Am liebsten verwende ich DIY-Varianten, dennoch probiere ich mich gerne durch das Sortiment diverser Anbieter. Neu auf den Markt gekommen ist vor Kurzem eine Deocreme von i+m, sie ist sehr cremig und duftet dezent nach Grapefruit.

i+m hat diverse Serien zur Gesichts- und Körperpflege. Alle Produkte sind vegan und als Naturkosmetik zertifiziert, laut Homepage als Cosmos Organic, also mit hohem Bio-Anteil. Der Name Tausendschön kommt vom Gänseblümchen, und aus der Gänseblümchenserie gibt es neben der Deocreme auch noch ein Duschgel und eine Bodylotion. Die Tausendschön Deocreme von i+m verwende ich als Deocreme, aber ich habe sie auch schon als Fußcreme benutzt. Diesen Tipp habe ich von Jenni aka Pretty Green Woman, die so ihre Füße und Schuhe müffelfrei hält.

Die Firma will die Welt verbessern, und sie hat sich hohe Ziele gesteckt. Ich setze euch mal ein Zitat von der offiziellen Homepage hier rein:

Wir haben hehre Ziele! Als Bio-Pioniere wollen wir auch in Zukunft Naturkosmetik in höchster Qualität herstellen – so naturbelassen wie möglich und in Einklang mit Mensch und Natur. Wir wollen, dass alle sich in ihrer Haut wohlfühlen und das möglichst nachhaltig.
Wir wollen aber auch DIE politische Kosmetikmarke in Deutschland sein und Impulsgeber für eine auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausgerichtete Gesellschaft. Wir wollen etwas bewegen, besser sein und Dinge zum Positiven ändern. Wir wollen nicht nur Haut und Haar, sondern am liebsten die ganze Welt verbessern!

Quelle: https://www.iplusm.berlin/ueber-iplusm/weltverbesserung/

Es gibt auch immer wieder FAIR-Editions, also Produkte, deren Gewinne zu 100% in faire Projekte fließen. Sehr löblich! Ich mag die Marke super gern, nur allein die Formulierungen der Gesichtspflege passen so gar nicht zu meinem Hauttyp. Deshalb bin ich total froh, dass ich jetzt ein Produkt von i+m gefunden habe, dass ich gern mag, gern benutze und gut vertrage! Zusätzlich dazu ist es in vielen DM-Märkten Deutschlands sowie in vielen vielen Bioläden, also quasi flächendeckend vor Ort erhältlich. Und es ist eine Deocreme!

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Carpe Vino Relax Körperbalsam

Der Balsam, den ich euch heute vorstelle, ist ein Wellnessprodukt für kalte Tage. Er enthält viel kaltgepresstes Traubenkernöl, Sheabutter, Kokosöl und Bienenwachs. Carpe Vino, der Hersteller, kommt aus dem Weinbaugebiet Nahe, neben Mosel-Saar-Ruwer meine liebste Weinlage.

Carpe Vino Relax Körperbalsam

Transparenz:
Der Körperbalsam wurde mir kosten- und bedingungslos über ein Marketingbüro vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Danke, Birthe!
produktmuster

Inhaltsstoffe (7/10)
INCI: Sheabutter, Traubenkernöl kbA, Kokosöl kbA, Bienenwachs kbA, Rosenholzöl, Zedernholzöl, Bergamotteöl, Fenchelöl, Lavendelöl, Geraniumöl, Patchouliöl, Tocopherol, Linalool, Limonene, Citronellol, Geraniol, Benzyl Benzoate, Eugenol.

Die Inhaltsstoffe finde ich sehr gut. Der Körperbalsam ist nicht vegan, doch das enthaltene Bienenwachs ist BIO. Der Balsam ist nicht zertifiziert, aber von den Inhaltsstoffen könnte er zertifiziert sein. Ich kann auch nicht sagen ob 70% der Inhaltsstoffe BIO sind, aber da kein Wasser enthalten ist und sowohl Traubenkernöl, Kokosöl als auch Bienenwachs BIO sind, kommen wir sicher nahe an die Marke ran. Schade ist, das konventionelle Sheabutter verwendet wurde. Der Hauptfokus der Marke liegt auf Traubenkernöl, es taucht in der INCI-Liste auch gleich an zweiter Stelle auf (hinter Sheabutter), das ist vorbildlich! Im Körperbalsam sind keine Füllstoffe enthalten, die künstlich das Volumen aufblähen, es handelt sich um eine Wirkstoffkosmetik, wie ich sie nicht oft sehe. Farbstoffe sind keine enthalten, die ätherischen Öle sind voll deklariert, Palmöl oder Palmölderivate werden nicht verwendet. Konserviert wird mit Vitamin E.

Carpe Vino Relax Körperbalsam | INCI-Liste auf dem Tiegel

Lasst mich einen kleinen Exkurs zu den Inhaltsstoffen machen. Sheabutter ist reich an Ölsäure und Stearinsäure (jeweils grob gerundet 40%), Traubenkernöl (kaltgepresst und kbA) enthält ca. 70% Linolsäure, Kokosöl hingegen rund 45% Laurinsäure. Dazu kommt Bienenwachs mit ungefähr 65% Myricinanteil. Diese Grundzutaten, aus denen der Körperbalsam besteht, sind also recht unterschiedlich in ihrer Zusammensetzung. Sie ergänzen sich gegenseitig! Traubenkernöl gilt aufgrund der Linolsäure als stärkend für den Feuchtigkeitsschutzmantel, Sheabutter als Feuchtigkeit bewahrend, Kokosöl zieht langsam ein, Bienenwachs legt sich wie eine schützende Schicht auf die Haut und zieht sehr langsam ein. Auf dem Papier liest sich das toll, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ich komme mit den INCIs auch in der Realität klar, aber dazu später mehr.

Carpe Vino Relax Körperbalsam | Konsistenz und Farbe

Verpackung (8/10)
Es gibt vom Körperbalsam (bisher) keine Reisegröße. Das ist total schade, denn dieser Körperbalsam ist aufgrund seiner Konsistenz und seines Geruchs sicher nicht für jeden etwas, so wie die Bodybuttern von Kivvi. Die Packung besteht aus einem Glastiegel mit Holzdeckel, im Holzdeckel ist ein Plastikeinsatz mit Schraubgewinde, und der Tiegel selbst ist nochmal mit einem Plastikdeckelchen verschlossen. Schraubt man den Holzdeckel zu, presst sich das Deckelchen genau in die Öffnung und der Balsam ist luftdicht verschlossen. Das System lädt geradezu zum Wiederverwenden ein. Ich finde den Glastiegel auch als sehr praktisch: in kaltem Zustand ist der Balsam fest, wenn man ihn auf die Heizung stellt, wird er flüssig. Im Schrank über dem Handtuchheizkörper bekommt er (bei mir) Cremekonsistenz – durch den Tiegel kann man den Balsam auf jeden Fall gut entnehmen, und zwar restlos. Der Tiegel fühlt sich wertig an, besonders durch den Holzdeckel, und liegt schwer in der Hand. Auf der Rückseite sind die INCI aufgedruckt, im Internet habe ich sie leider nicht gefunden. Das ist doof, denn wenn man den Behälter mit der Werbeaussage auf der Homepage vergleicht, sind alle beworbenen Sachen auch im Tiegel, und sonst nichts. So was bin ich nicht gewöhnt, ich bin positiv überrascht. Im Regelfall wäre als erster Inhaltsstoff irgend ein billiger Füller drin, und das ist hier nicht so. Na ja, aber so lange die INCIs auf dem Tiegel stehen und der Hersteller auf Understatement setzt, soll mir das Recht sein. In diesem Fall ist das Understatement das Gegenteil von Greenwashing! Der Balsam ist mindestens 6 Monate haltbar nach Anbruch des Tiegels, innert dieser Zeit kann er ganz sicher aufgebraucht werden. Wo ich mit mir selbst noch nicht so ganz im Reinen bin, ist die Hygiene: es liegt kein Spatel bei, mit dem man den Balsam entnehmen kann. Ich mag solche Spatel nicht und verwende sie auch nur recht selten, und wenn ich mit meinen Händen in den Behälter greife, sind sie frisch gewaschen. Trotzdem will ich euch an dieser Stelle darauf hinweisen, denn ihr wisst, dass ich meine Messlatte sehr sehr hoch hänge.

Marketing und Preis (5/10)
Preis per Verkaufseinheit: 35,90€ per 100ml (Basispreis per 100ml: 35,90)

Erleben Sie ein einzigartiges Körperbalsam mit den natürlichen Wirkstoffen aus Shea Butter, Traubenkern- & Kokosöl, Bienenwachs mit Zusatz von Vitamin E und der ätherische Duftkomposition Relax. Beleben und pflegen Sie Ihre Haut mit dem CARPE VINO Körperbalsam. Das Balsam regeneriert, schützt und spendet lang anhaltende Feuchtigkeit. Die Hautstruktur wird mit gesunden Wirkstoffen genährt.
Pflanzliche Nährstoffe verleihen Ihrer Haut ein strahlendes, gesundes Aussehen.

Quelle: http://www.carpevino.de

Zum Marketing kann ich folgendes sagen: das Produkt ist solide, und die Beschreibung, die mitgeliefert wird, ist es auch. Da werden keine hochtrabenden Versprechen gemacht, die nicht eingehalten werden, keine nichtssagenden Studien zitiert. Es gibt nur allgemeine Werbeaussagen die dem Kunden helfen, das Produkt einzuschätzen.
Zum Preis reicht auch ein kurzes Statement meinerseits: dieses Spa-Produkt hat einen Spa-Preis. 36€ für 100ml sind kein Pappenstiel. Wäre die Sheabutter aus Bioanbau oder die ätherischen Öle, fände ich das preislich absolut okay. Insofern: der Balsam ist ein Luxusprodukt.

Subjektive Erfahrungen (7/10)
Der Körperbalsam ist, wenn er kalt ist, eine ziemlich feste Masse. Auf der Haut schmilzt diese zu einem Öl. Erst hatte ich Schwierigkeiten mit der Dosierung, aber bereits bei der zweiten Anwendung wusste ich eine Überdosierung zu vermeiden. Auf trockener Haut (wie angegeben) kann ich den Balsam nicht verwenden, er bleibt dann klebrig auf der Haut liegen. Direkt unter der Dusche in die noch tropfnassse Haut einmassiert, dabei sparsam dosiert, hüllt der Balsam den Körper ein – Spa-Feeling! Dazu muss ich mir Zeit nehmen. Erst nehme ich eine kleine Menge des Balsams aus dem Tiegel, verreibe ihn zwischen den Handflächen bis er angeschmolzen ist, drücke dann die Handflächen sanft auf den Körper, immer an verschiedenen Stellen, bis kein Balsamgefühl mehr an den Händen ist. Das mache ich solange, bis ich den kompletten Körper angetupft habe. Anschließend nehme ich mir ein paar Minuten Zeit, um die Wassertropfen mit dem Balsam zusammen auf meiner Haut trockenzumassieren.

Carpe Vino Relax Körperbalsam | schmelzender Balsam

Besonders bei Verspannungen funktioniert der Auftrag gut, denn ich habe sowohl genug Grepp als auch genug Gleitfähigkeit, um meine Muskeln zu greifen ohne meine Haut zu reizen. Sobald ich trocken bin habe ich ein sehr gepflegtes Hautgefühl, fast schon ein bischen klebrig, aber ohne klebrig zu sein. Wenn es sich klebrig anfühlt habe ich zu viel Produkt aufgetragen. Wenn ich mich abends eincreme, ist meine Haut am morgen danach superzart und weich und einfach nur toll! Eine Wasserdusche übersteht das eingecremte Gefühl einmal, mit Duschgel oder Seife ist es weg. Der Balsam lässt sich also gut entfernen, wenn man doch mal zu viel erwischt hat.

Das sagt der Hersteller auf seiner Homepage zum Relax Duft:

Der Duft Relax wirkt wärmend, sinnlich und umhüllend wie ein guter Rotwein! Die Duftkomposition Relax vereint die wärmende und ausgleichende Wirkung von Rosenholz-, Zedernholz-, Bergamott-, Fenchel-, Lavendel-, Geranium- und Patchouliöl. Dieses Duftpotpouri schenkt Ihnen ein sinnliches Vergnügen.

Quelle: http://www.carpevino.de

Den Geruch finde ich außergewöhnlich Spa-mäßig, der Balsam riecht herb, krautig, balsamisch. Ich rieche das Traubenkernöl heraus, das kenne ich vom Kochen, und der Geruch wird gerundet mit Rosenholz und Zedernholz (Wacholder? Juniper in der INCI-Liste, da bin ich noch nicht ganz sicher, was das genau ist). Dazu kommt ein krautig-blumiger Duft nach Lavendel und Räucherstäbchen. Visualisiert: ein holziges Maischefass mit Kräuterblütensträußchen daneben, das glimmend einen herben Duft verraucht. Aber ohne Raucharoma. Ich kann mir den Balsam auch sehr gut für die Herrenpflege vorstellen, da ruft nix *iih Mädchenkram*. Die Packung ist angemessen für ein Herrenprodukt, aber auch jedes Mädelsherz das für Zao und Aiomyth schlägt – die haben auch eine Holzverpackung – wird sie mögen.

Über die Inhaltsstoffe habe ich oben schon was geschrieben. Bei mir funktioniert die Kombination aus Sheabutter, Traubenkernöl, Kokosöl und Bienenwachs erstaunlich gut. Das Kokosöl kippt nicht im Geruch (ich verweise hier auf meine Erfahrungen mit der Kivvi Bodylotion, da hatte ich Probleme), das Bienenwachs klebt nicht zu sehr, ich bin echt positiv überrascht. Der Preis ist da schon recht happig, und ich bin nicht sicher, ob ich mir blindlings diesen Körperbalsam kaufen würde. Ich sage zwar immer zu meinem Mann, dass ich mehr und mehr zu einem Luxustigerchen werde, aber fast 40 Euro für einen Körperbalsam? Das ist auch für mich echt hart an der Grenze – ich weiß blos nicht, ob noch hüben oder schon drüben. Ich habe den Balsam ja nicht bezahlt, er wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, darum schwinge ich keine großen Reden wie „ist natürlich seinen Preis wert, würde ich mir sofort nachkaufen, wenn ich nicht so irre viele Produkte hier rumstehen hätte“. Nein. Das Produkt ist teuer, 36 €uro für einen Glastiegel lege ich nicht einfach so auf den Tresen. Dennoch finde ich, dass das Produkt den Preis wert ist. Ich kann jedoch nicht realistisch einschätzen, ob ich tatsächlich bereit wäre, ihn zu bezahlen.

Eine Besonderheit zu dem Produkt muss ich noch mit euch teilen. Es ist euch sicherlich aufgefallen, dass ich manchmal gegen den Strom schwimme. Dass ich Grenzen auslote, dass ich Marketingaussagen zerpflücke, dass ich richtig fies sein kann, wenn mir jemand was verspricht, es aber nicht einhält. Auf meinem Tiegel steht drauf, dass man den Balsam auch zur Gesichtspflege verwenden kann. Ah ja, denke ich mir, das wollen wir doch mal sehen. Gradzelääds. So habe ich das als Kind gelernt, dass das so heißt, wenn man genau das Gegenteil macht von dem, was wahrscheinlich funktioniert, um den anderen zu ärgern. Gradzelääds habe ich demnach, noch feucht aus der Dusche steigend, den Balsam auf mein Gesicht aufgetragen. Gradzelääds habe ich ihn einmassiert, Wassertropfen für Wassertropfen, bis das Gesicht trocken war, und – gradzelääds – habe ich danach den Körper auch eingecremt. Es ist etwas passiert, was sonst nicht häufig passiert, und das war Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit meinerseits. Der Relax Balsam ist komplett eingezogen, da war nicht das kleinste bischen Klebrigkeit auf meinem Gesicht. Kokosöl auf meinem Gesicht? Normalerweise ein Desaster. Sheabutter? Same same. Bienenwachs? Lehn(t)e ich seit Jahren ab, weil es ganz, ganz eklig klebrig und bappig auf meinem Gesicht aufliegt, ohne einzuziehen. Der Relaxbalsam zieht ungefähr so gut weg wie Martina Gebhardt Cremes, diese fettigen, gehaltvollen w/o Cremes, und im Wangenbereich kann / muss ich sogar noch nachlegen. Wie bei MG. Für einen Gesichtsbalsam finde ich den Preis mehr als angemessen, im Preisvergleich mit Gesichtsölen ist der wasserfreie Körperbalsam ein Schnäppchen.

Mein persönliches Fazit: alles in allem erhaltene Karin-Punkte 27 von 40.
Für mich kommt in der Anwendung eindeutig der Spa-Charakter durch: nach einem eisigen Abendspaziergang heiß duschen, im vernebelten Badezimmer in die tropfnasse Haut den Balsam einmassieren bis man trocken ist, einen heißen alkoholfreien Punsch trinken während man im Bademantel gehüllt (eine Wärmeflasche an den Füßen) den Tag ausklingen lässt, um sich anschließend schlafen zu legen. Morgens wacht man dann mit streichelzarter Haut auf! Der Balsam ist wirklich nix, wenn man sich morgens nach dem Duschen schnell eincremen will. Diesen Luxus sollte man sich bewusst gönnen, auch wegen des eher herben Dufts.

Derzeit teste ich auch das Deo von Provida Organics in Demeterqualität, das passt vom Duftcharakter her gut zusammen. Es riecht ein bischen wie Kräuter der Provence + Kräuterblüten, eine schöne Ergänzung zum Balsam.

Ich bin sehr froh, dass ich diesen Balsam testen konnte. Kokosöl? Da war ich sehr vorsichtig in letzter Zeit. Bienenwachs? Das habe ich noch nie gemocht. Beides zusammen im Gesicht? Kann nicht funktionieren. Alles Vorurteile! Man kann keine fundierte Meinung zu einem Produkt haben, bis man es selbst getestet hat. Bei mir hat dieser Körperbalsam im Hirn aufgeräumt, durchgepustet, und ermuntert mich zu weiteren Experimenten.

 

Welche Produkte haben euch erst auf den zweiten Blick überzeugt, aber dann total?

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Maienfelser Gesichtsöle

Vor kurzem habe ich eine kleine Bestellung bei Maienfelser aufgegeben. Ich bin noch immer total begeistert von der Auswahl der Öle und Hydrolate und habe mich diesmal für sechs verschiedene Öle und Ölmischungen entschieden.

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Von links nach rechts: Baumöl Körperöl, Midlife Gesichtsöl, Youngster Fine und Youngster Super Gesichtsöle, Redpower Speiseöl und Wiesenschaumkrautöl.

Seit ein paar Wochen bin ich auf der Suche nach einem Ölserum für mein Gesicht, gerne als Ölmischung mit der meine trockene Fetthaut sehr gut klarkommt. Von Maienfelser hatte ich das Gesichtsöl Youngster super und das Redpower Speiseöl ausgesucht, sie erschienen mir als geeignete Kandidaten.

Die Redpower Ölmischung besteht aus Erdbeernussöl*, Himbeernussöl, Sanddornfruchtfleischöl*, Gojibeerenöl*, Cranberryöl*, Granatapfelkernöl* und Kirschkernöl (* aus kontrolliert biologischem Anbau). Sie trägt keine Zertifizierung, dürfte aber als Biokosmetik durchgehen, da fast alle einzelnen Öle bio sind. Die Farbe ist total schön, ein dunkles orange, im Sonnenlicht gefällt es mir besonders gut.

Redpower Öl im Sonnenlicht

Redpower Öl im Sonnenlicht

Die Miniölfläschchen haben auch interessante Farben, das finde ich bemerkenswert, da den Ölmischungen keine Farbstoffe zugesetzt werden, sondern die Farben tatsächlich nur von den Inhaltsstoffen kommen. Von links nach rechts: Gesichtsöl Midlife, Baumöl, Gesichtsöle Youngster Fine und Youngster Super.

Farben der Öle

Farben der Öle

Baumöl

Bestandteile: Arganöl*, Cocosöl*, Macadamianussöl*, Baobaböl, Babassuöl, Mangobutter, Avocadoöl*, Moringaöl, Essenzen aus Palo Santo, Aloebaum, Backhousia, Sandel Amyris, Atlas-Ceder*, Wacholderholz*, Ho-Scho Kampferbaum, Siamholz, Antsoro, Ravintsarabaum, Sassafras.
* aus kontrolliert biologischem Anbau
Quelle: http://www.maienfelser-naturkosmetik.de

Das Baumöl riecht für meine Nase etwas komisch. Ich mag den Duft nicht. Drum bin ich froh, dass ich nur eine kleine Probe bestellt habe.

Gesichtsöl Youngster Super

Bestandteile: Macadamianußöl*, Sacha Inchiöl, Cocosöl*, Traubenkernöl*, Cameliakernöl*, Meadowfoamöl, Mohnöl*, Walnussöl*, Rizinusöl*, Rosenkernöl*, Ätherische Essenzen aus Lindenblüte, Ylang-Ylang*, Rosenholz*, Mandarine*.
* aus kontrolliert biologischem Anbau
Quelle: http://www.maienfelser-naturkosmetik.de

Mit dieser Ölmischung bin ich bisher am allerbesten ausgekommen. Sie zieht bei mir auch in größeren Mengen schön in die Haut ein und liegt danach nicht auf. Sie lässt sich gut mit Cremes und Lotionen mischen. Da auf der anderen Seite des Zauns das Gras jedoch viel grüner ist, möchte ich ein paar andere Ölseren austesten. Damit ich danach weiß, das ich nichts verpasst habe.

Gesichtsöl Youngster Fine

Bestandteile: Ramtillkrautöl, Distelöl*, Gurkenkernöl, Andirobaöl, Schwarzkümmelöl*, schwarzes Johannisbeersamenöl*, Callophyllumöl, Sanddornfruchtfleischöl*, ätherische Essenzen aus Gengrigras, Lemon-Mythe*, Weihrauch.
* aus kontrolliert biologischem Anbau
Quelle: http://www.maienfelser-naturkosmetik.de

Hier bin ich gespannt, ob ich es besser vertrage als das Super. Auf dem Papier kann man sich die Inhaltsstoffe schönreden, doch ob sie im Gesicht die erhoffte Wirkung haben, muss man schon austesten. Der direkte Vergleich der beiden Youngsteröle gibt mir also die Möglichkeit, das Einziehvermögen auf der rechten bzw. linken Gesichtshälfte auszutesten und so herauszufinden, ob meine schlauen Überlegungen wirklich so schlau waren.

Gesichtsöl Midlife

Bestandteile: Arganöl*, Avellanaöl, Avocadoöl*, Kirschkernöl, Mandelöl*, Rosenkernöl* und Rosen-Gesamtextrakt*, Palmöl rot*, Baobaböl, Passionsfruchtkernöl, äth. Öl der Rosenblüte.
* aus kontrolliert biolobischem Anbau
Quelle: http://www.maienfelser-naturkosmetik.de

Diese Ölmischung habe ich mir tatsächlich aus Neugier und der Vollständigkeit halber mitbestellt. Wenn ich schon ein neues Öl für mein Gesicht suche, dann sollten auch die anderen Maienfelser Gesichtsöle eine Chance bekommen. Falls es nicht perfekt in meine Haut einzieht – und davon gehe ich aus – werde ich es am Körper verwenden oder Gesichtsmasken damit aufwerten. Gesichtsmassagen lassen sich mit so tollen Ölen natürlich auch machen!

Das Wiesenschaumkrautöl ist so eine Sache für sich. Das Ölsäurespektrum besteht ungefähr aus 63% Eicosensäure, 17% Docosadiensäure und 16% Docosensäure. Die Maienfelser schreiben:

Das Öl ist von außergewöhnlicher Eigenart. Es zählt durch 97 % der langkettigen ungesättigten Fettsäuren zu den stabilsten antioxidativen Pflanzenölen überhaupt (ähnlich dem Jojobaöl). Trotz seines hohen Molekulargewichtes ist es bei Zimmertemperatur flüssig.

Kosmetische Verwendung: Aufgrund seiner Stabilität ist es hervorragend geeignet zur Vermischung mit anderen Pflanzenölen, die durch ihre Zusammensetzung viel empfindlicher sind wie Nachkerze, Hanf, Sonnenblume etc. Das Wiesenschaumkrautöl hat eine hohe feuchtigkeitsspendende und -erhaltende Eigenschaft und ist sowohl für Mischhaut, fette Haut als auch trockene Haut geeignet. Die Haut wird samtweich, elastisch und fettet nicht nach. Außerdem eignet es sich auch gut als Haaröl.
Quelle: http://www.maienfelser-naturkosmetik.de

Ich teste mich gerne durch Öle mit besonderen Zusammensetzungen, so bin ich auch überhaupt erst auf linolensäurebasierte Gesichtsöle gekommen. Diese langkettigen ungesättigten Fettsäuren gibt es so kaum in einem anderen (verfügbaren) Öl, daher war ich sehr gespannt, wie es sich auf der Haut anfühlt. Ob es meinem Broccolisamenöl als Haaröl Konkurrenz machen wird?

Flakonkunst

Flakonkunst

Dieses Foto hat mir besonders gut gefallen. Die kleinen Glasflaschen von Maienfelser sind nicht nur ideal zum Einpacken für unterwegs, sie sehen auch gut aus.

Ein bischen was habe ich natürlich schon getestet, das schiebe ich in diesem Beitrag gleich hinterher.

Das Redpower Öl hat sich für mich als Gesichtsöl nicht als ideal herausgestellt. Ich habe eine Versuchsreihe durchgeführt: am ersten Tag 6 Tropfen, am zweiten Tag 5 Tropfen, am dritten Tag 4 Tropfen und so weiter. Jeweils morgens habe ich das Öl in das hydrolatfeuchte Gesicht einmassiert, abends habe ich zum Öl zusätzlich eine Lotion verwendet. Nehme ich viele Öltropfen, dann liegt das Öl auf der Haut auf und zieht nicht gut ein. Bei nur ein oder zwei Tropfen zieht das Öl zwar mehr oder minder gut weg, aber ich habe nicht das Gefühl, dass meine Haut durchfeuchtet ist. Das ist mit dem Youngster Super viel eher der Fall.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich pulvrige Masken nicht nur mit Wasser oder Hydrolat anrühren werde, sondern ein paar Tropfen dieser Ölmischung hinzugebe. Dadurch werden Heilerdemasken nicht so schnell fest und trocknen die Haut weniger aus. Oder, wie oben schon geschrieben, ich verwende das Öl als Körperöl. Oder – total abwegig bei diesem Speiseöl – ich esse es.

Zum Wiesenschaumkrautöl kann ich bisher nur folgendes sagen: ich verwende es gerne als Handöl. Wenn die Hände noch nass sind trockne ich sie nicht ab, sondern gebe auf die Oberseite insgesamt zwei Tropfen Öl. Erst verreibe ich es auf der (bei mir viel pflegebedürftigeren) Oberseite, dann auf der restlichen Hand. Ich massiere dabei die Muskeln der Daumen und die Finger, Handwurzelknochen und an jedem Finger das Nagelbett. Dazu nehme ich mir ein paar Minuten Zeit: solch eine intensive Pflege benötige ich nur, wenn meine Hände viel geleistet haben, und dann haben sie diese Aufmerksamkeit auch verdient. Sind die Hände trocken dauert es noch zwei, drei Minuten, bis das Öl wirklich eingezogen ist. Dann kann ich auch wieder am Rechner tippen und Türklinken anfassen und Klamotten glattziehen, ohne Öldatscher zu hinterlassen. Das kann ich auf den Tod nicht ausstehen!

 

Verwendet ihr auch Öle in der Körper- oder Gesichtspflege? Was mögt ihr lieber: reine Öle oder Cremes & Lotionen?

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Kivvi Bergamotte & Litsea Body Lotion

Aus meinem Dufte Körperplege-Beitrag wisst ihr, dass ich gerade zwei Produkte von Kivvi verwende. Heute möchte ich euch mehr über die Körpermilch erzählen und teile meine Gedanken und Erfahrungen mit euch.

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Kivvi Bergamotte & Litsea Body Lotion
150 ml für 16,50 €

Inhaltsstoffe 5/10

INCI: Aqua (Water), Cocos nucifera (Coconut) oil, Sorbitan olivate and Cetearyl glycoside, Butyrospermum parkii (Shea) butter*, Glycerine, Aloe barbadensis (Aloe vera) leaf extract, Vitis vinifera (Grape) seed oil*, Olea europaea (Olive) oil*, Titanium dioxide, Xanthan gum, Stearic acid, Prunus armeniaca (Apricot) kernel oil*, Oenothera biennis (Evening primrose) oil*, Rubus idaeus (Raspberry) seed oil*, Ribes nigrum (Blackcurrant) seed oil*, Equeisetum hyemale (Horsetail) extract*, Centella asiatica (Gotu kola) extract, Paullinia cupana (Guarana) extract, Aesculus hippocastanum (Horse chestnut) extract*, Ginkgo biloba (Ginkgo) extract*, Matricaria recutita (Chamomilla) flower extract*, Acidum citricum, Rubus idaeus (Raspberry) seed extract*, Rosmarinus officinalis (Rosemary) extract*, Vaccinium corymbosum (Blueberry) extract*, Rosa Damascena (Damask rose) extract*, Lamium album (White dead nettle) extract*, Actinidia chinensis (Kiwi) seed oil*, Aroma*/**, Betula alba (Birch) extract*, Eleutherococcus senticosus (Ginseng) extract*, Angelica archangelica (Angelica) extract*, Vitamin E, Hypericum perforatum (St.John`s wort) extract*, Foeniculum vulgare (Fennel) extract*, Dehydroacetic acid, Benzyl alcohol, Viola tricolor (Pansy) extract*, Cucumis sativus (Cucumber) extract*, Arctium lappa (Burdock) extract*.
* certified organic ingredient. ** natural essential oils.
100% natürlich, 64% organisch. VEGAN
Quelle: hilla.de

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Die Inhaltsstoffe sehen ziemlich gut aus, aber ein paar Dinge stören mich. Ich finde weder Bergamotte noch Litsea in der INCI-Liste, und die Duftstoffe sind nicht weiter deklariert. Ich gehe mal davon aus, dass Bergamotte und Litsea in den Duftstoffen enthalten sind, warum also wird das nicht angegeben? Ich kann auch nicht erkennen, ob Palmöl drin ist oder nicht. Konservierungsstoffe erkenne ich keine, aber das heißt nicht, dass keine drin sind. Vielleicht Benzyl Alcohol? Also, ihr wisst, wie ich ticke: ich kann nicht klar erkennen, ob konserviert wurde oder nicht, und dafür gibt es einen Punkt Abzug.

Ich finde das ein bischen traurig, denn ich glaube, dass diese Lotion ein richtig gutes Produkt ist. Anstatt ein paar kleine weitere Infos zur Verfügung zu stellen wurde auf der Zielgerade angehalten, das Ziel vor Augen. Die Lotion kratzt also an meinen Erwartungen, erreicht sie aber nicht komplett.

Verpackung 9/10
Die Körpermilch kommt in einem Plastikspender mit Kippdeckel. Enthalten sind 150 ml in der schlanken Flasche, die hübsch gestaltet ist. Das Design der Kivvi Produkte finde ich generell super, es ist frisch, fröhlich, aufmunternd. Die Lotion lässt sich gut dosiert entnehmen, man bekommt soviel raus, wie man will. Durch den Kippverschluss kommen auch keine Verunreinigungen in die Flasche. Sie lässt sich gut halten, auch, wenn man cremige Finger hat, das ist mir persönlich wichtig. Den Deckel kann man abschrauben und so (vorher auf den Kopf gestellt) alles Produkt entnehmen. Ausgewaschen kann man die Flasche wiederverwenden, und das werde ich auch machen. Eine Umverpackung gibt es nicht, die Inhaltsstoffe stehen auf der Flasche drauf, und auch sonst alles, was man wissen muss. Mich freut, dass der Anteil der Biostoffe angegeben ist, hier sind es 64%, und auch, welche Stoffe genau Bio sind. Das ist vorbildlich. Das einzige, was mich an der Packung stört, sind die fehlenden Kleingrößen. Für mich ist es immer besser, wenn ich vorher eine Reisegröße kaufen und verbrauchen kann, so daß ich gegebenenfalls Zeit und Geld in ein anderes Produkt investieren kann. Im Großen und Ganzen hat Kivvi ein wirklich gutes Produktdesign, Form, Funktionalität und Bereitstellung von Informationen wurden sehr gut miteinander umgesetzt.

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Marketing und Preis 8/10
Kivvi ist eine Marke, die ich vom Marketing sehr gut finde. Die Packungen sind nicht zugepflastert mit Produktversprechen, nein, der Inhalt spricht für sich. Die Erwartungen die man an das Produkt hat werden also nicht von vornherein ins unermeßliche gesteigert und können so sehr gut eingehalten bzw. sogar übertroffen werden. Hier gibt es keine Haarspalterei oder Drum-Herum-Gerede, man weiß, was man kauft: eine Körpermilch, die nach Bergamotte und Litsea riecht. Die Lotion ist allerdings etwas teurer, 16,50 gebe ich nicht jeden Monat für ein Körperpflegeprodukt aus. Es wäre schön, wenn es Nachfüllbeutel gäbe, die Packungen würden sich dafür eignen – so könnte man auch ein bischen Geld sparen als Verbraucher.

Meine persönliche Erfahrung 8/10
Als ich die Lotion gekauft habe, habe ich ganz schön geschluckt beim Preis. Aber Qualität kriegt man nicht hinterhergeworfen, wenn man was gescheites bekommen möchte, muss man auch bereit sein, dafür zu blechen. Aufgrund der enthaltenen ätherischen Zitrusöle habe ich sie erst im Herbst angebrochen, und das war sehr gut so. Nicht wegen der Duftstoffe (Sonnensensibilisierung), sondern weil diese Lotion super reichhaltig ist. Kennt ihr das Gefühl von ungeschlagener Sahne auf den Händen? Also recht flüssig, aber total gehaltvoll? So, in etwas dickerer Form, fühlt sich die Lotion an. Sie ist gehaltvoll, sahnig, im Sommer wäre mir das viel zu viel Pflege gewesen. Am liebsten verwende ich sie auf noch nebelfeuchter Haut, dann lässt sie sich gut verteilen und zieht schön weg. Auf trockener Haut verbrauche ich recht viel, und dann ist mir die Pflegewirkung auch viel zu hoch. Das brauche ich nicht oft im Jahr, gegen Ende des Winters höchstens, und dann nur an den Schienbeinen und im unteren Rückenbereich – für die Füße ist mir die Lotion wiederum zu flüssig, aber pflegen würde sie da bestimmt auch toll.

Meine Haut fühlt sich dünn eingecremt danach ziemlich gut an. Ich merke zwar, dass was auf der Haut ist, aber es ist nicht speckig oder glitschig oder so. Man könnte auch sagen: es fühlt sich an wie die Abwesenheit von Glycerin. Doch doch, es ist Glycerin drin, aber es fühlt sich für mich nicht so an. Das ist ein dickes Plus! Auch noch nach Stunden, abends vor dem zu Bett gehen, merke ich noch die anhaltende Pflegewirkung. Die Haut ist nicht gereizt oder trocken, schuppig, gerötet, nein, sie ist samtig zart und fühlt sich durchfeuchtet und prall an. Trotzdem ist es ganz leicht, die Lotion unter der Dusche abzuspülen, ich verbrauche keinesfalls mehr Duschprodukt als ohne Lotion. Dusche ich nur mit Wasser ist die Lotion auch ‚runter‘, aber die Haut fühlt sich dennoch nicht so trocken an wie sonst. Daher glaube ich, dass ein Rest der Öle auf der Haut verbleibt, auch wenn das pralle, durchfeuchtete Gefühl weg ist.

Die Inhaltsstoffe sind für mein Empfinden gut, es könnten ein paar weniger sein, die Liste liest sich so lang. Ein bischen hiervon, ein bischen davon, da hat man hinterher einen Mischmasch wo sich Vor- und Nachteile der Inhaltsstoffe gegeneinander aufwiegen. Vielleicht ist das ein Nachteil, aber möglicherweise auch ein Vorteil, ich kann es nicht so genau sagen. Ich bewundere aber die Offenheit, mit der Kivvi Informationen Preis gibt. Beispielsweise ist der erste pflegende Stoff in der INCI-Liste Kokosöl, und dieses ist nicht aus kontrolliert biologischem Anbau. Wäre es das, wäre der Bio-Anteil sicher viel höher. Warum verwendet Kivvi kein Bio-Kokosöl? Ich kann mir diese Frage stellen, und das ist unterstützenswert.

Der Duft der Lotion ist zitrisch frisch, angenehm, er passt sehr gut in den Frühling. Er ist einhüllend während des Auftrags, aber dezent genug, nicht mit Parfum zu konkurrieren. Jedenfalls bei mir nicht. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich Zitrusdüfte generell mag und diese sich zu einem Gesamtkonstrukt zusammenfügen. Wer Bergamotte mag, sollte diese Lotion auf jeden Fall mal testen!

Jetzt wird es euch verwundern, dass ich schreibe, diese Lotion sei für mich kein Nachkaufprodukt. Denn genau das ist leider der Fall. Ich habe hier ein tolles Produkt das ich wirklich sehr gern mag, aber es gibt einen Knackpunkt, der wahrscheinlich für die meisten von euch absolut irrelevant ist, jedoch nicht für mich: Kokosöl. Ich liebe Kokosöl im Essen und habe auch versucht, es in meine Körperpflege einzubauen. Mit meiner Körperchemie funktioniert das jedoch nicht. Wenn ich eine Vorwaschhaarkur mit Kokosöl mache, dann rieche ich nach einiger Zeit einen leichten Geruch nach Babyerbrochenem. Gleiches passiert mit Ei: Honig-Ei-Shampoo, das zum Selbermischen aus Ei + Honig + Öl, lässt meine Haare nach nassem Hund riechen. Woran das genau liegt kann ich nicht sagen, aber ich vermute, an meiner Körperchemie und den Stoffen in meinem Schweiß die eben mit Kokos und Ei diesen seltsamen Geruch hervorbringen. Das ist bei manchen Leute so, nicht bei vielen, aber ich habe über dieses Phänomen schon in ein paar Threads in Foren gelesen.

Anfangs habe ich die Lotion gerne verbraucht, und als ich trockene Stellen am Oberarm hatte, dort etwas dicker aufgetragen und tagsüber etwas nachgecremt. Abens hatte ich diesen leicht säuerlichen Geruch in der Nase und wusste nicht, woher. Dann war er eine ganze Zeit lang verschwunden. Irgendwann habe ich es mit der Lotion in Verbindung gebracht … Seither versuche ich, die Lotion recht dünn aufzutragen, und das funktioniert geruchstechnisch sehr gut. Soll heißen: ich müffele nicht. Man riecht es nicht. Da ist nur ein dezenter, schöner Geruch nach Zitrus. Aber ich weiß, dass der Geruch auf meiner Haut kippen könnte. Ich selbst bin unsicher und schnüffele immer mal wieder an meinen Unterarmen. Nein, da ist nichts, jedenfalls nicht, so lange ich die Auftragsmenge rationiere. Aber ich bin ehrlich: das möchte ich nicht im Alltag haben, nicht dauerhaft. Sobald ich die Lotion aufgebraucht habe bin ich sehr froh, dass ich mir über den Geruch keine Gedanken mehr machen muss. Aber ich werde sicher auch ein Tränchen verdrücken, denn selten war die Haut an meinem Körper so durchfeuchtet wie mit dieser Lotion. Für mich geht die Suche daher weiter.

kivvi_bodylotion01

Alles in allem
30 von 40 möglichen Karin-Punkten
Die Kivvi Bergamotte & Litsea Body Lotion ist eine solide, gut durchfeuchtende Bodylotion mit hohem Bio-Anteil. Wer sich am Preis nicht stört sollte diese oder eine Variante testen. Ich möchte sie besonders denjenigen empfehlen, die in der Pflegeintensität etwas Spielraum wollen: auf trockener Haut aufgetragen bringt sie viel Pflege, auf feuchter Haut (und entsprechend dünn) weniger Pflege, aber dennoch ein Plus an Feuchtigkeit.

privatkauf

Was ist derzeit eure liebste Bodylotion? Habt ihr auch Probleme mit manchen Inhaltsstofen (und welche)?

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Terra Naturi Deo Spray Citrus & Salbei

Heute schiebe ich eine kurze Review ein. Zu meinen Anforderungen habe ich ja schon einiges geschrieben, ihr könnt es hier nachlesen.

Bei einem meiner letzten Einkäufe war ein Deospray dabei, aus dem Müller Drogerie Markt, und ich habe es inzwischen ausgiebig getestet, um meine persönliche Meinung mit euch teilen zu können:

Terra Naturi Deo Spray Citrus & Salbei – ohne Aluminiumsalze, zertifiziert vegan und Natrue (Zertifizierungsstufe Biokosmetik)
3€, 75ml

terra_naturi-zitrusdeo

Produktbeschreibung:

Das Terra Naturi Deo Spray Citrus & Salbei verleiht ein angenehm frisches Hautgefühl. Die Formulierung mit Salbeiextrakt aus kontrolliert biologischem Anbau erfrischt und desodoriert. Zur Vorbeugung von Körpergeruch. Mit zitrischem Duft. Anwendung: Aus ca. 15 cm Entfernung unter die Achseln sprühen. Vor dem Ankleiden trocknen lassen.
Quelle: http://shop.mueller.de/parfumerie/pflege/terra-naturi-deo-spray-citrus-salbei-733847

Inhaltsstoffe: 5/10
INCI: Aqua, Alcohol*, Polyglyceryl-5 Oleate, Glycerin, Saccharomyces Ferment, Triethyl Citrate, Linalool**, Bisabolol, Parfum, Limonene**, Salvia Officinalis Leaf Extrakt*, Geraniol**, Citronellol**, Tocopherol
* Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau
** Inhaltsstoffe aus natürlichen ätherischen Ölen.

Im Deo ist ziemlich viel Alkohol enthalten, und es basiert auf Wasser und Alkohol. Der Alkohol ist bio, ebenso der Salbeiextrakt. Aber mal ehrlich: Alkohol wird (meines Wissens nach, bitte korrigiert mich, falls das nicht den Tatsachen entspricht) aus Abfallprodukten gewonnen, die vergoren und anschließend destilliert werden. Wenn überhaupt Alkohol in einem Produkt verwendet wird, sollte der generell aus Rohstoffen aus Bioanbau stammen. Das Deo ist als Biokosmetik zertifiziert, der höchstmöglichen Zertifizierungsstufe von Natrue. Dennoch habe ich keine Ahnung, wie viel Prozent der Inhaltsstoffe tatsächlich aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Die beworbenen Inhaltsstoffe (Zitrus und Salbei) tauchen in der INCI-Liste erst weit hinten auf, der Salbei tatsächlich erst hinter den Parfumstoffen. Nicht so nett. Und ob einer der anderen Stoffe ein Palmölderivat ist, das kann ich auch nicht ausschließen. Das keine Konservierungsstoffe zugesetzt sind ist nicht verwunderlich, enthält das Produkt doch Unmengen an Alkohol.
Kurz und knapp: eine vegan zertifizierte Natrue-Biokosmetik bedeutet nicht automatisch ein cooles Produkt.

Verpackung: 7/10
Hier hat man nicht viel falsch gemacht. Das Deo ist in einem Glasflakon mit Sprühkopf enthalten, die Verpackung ist hübsch (das Etikett könnte man abziehen, wenn man will, dann hätte man einen neutralen Flakon) und praktisch. Es gibt keine Testgrößen, aber bei dem geringen Preis kann man das Risiko eines Kaufs eingehen. Blöd finde ich den Spruch „verleiht ein angenehm frisches Hautgefühl“, denn das konnte ich bei mir nicht feststellen. Jedenfalls nicht bei den Mengen, die ich verbrauchen musste, damit die Deowirkung gepasst hat.

Marketingversprechen und Preis: 7/10
Meine Erwartungen, dass das Deo mich nicht müffeln lässt, wurden erfüllt. Aber ich fühle mich damit nicht sauber, frisch, gepflegt etc,. sondern einfach nur nicht-müffelnd. Der Preis ist gut, 3€ für 75ml, aber ich verbrauche ziemlich viel Produkt – das ist ätzend, denn so konnte ich nur schwer abschätzen, wie lange mir der Flakon hält. Leider – oder Gott sei Dank – wird er recht schnell leer.

Subjektiv: 5/10
Der Auftrag ist okay, der Sprühkopf vernebelt fein genug. Aber das Gefühl auf der Haut ist glitschig. Das Deo lässt sich gut wieder abwaschen, aber ich habe das Gefühl, dass auf Dauer die Haut austrocknet. Der Geruch ist okay, aber nicht übermäßig frisch oder toll. Die Inhaltsstoffe sind in Ordnung, aber mir gefällt die Formulierung dennoch nicht. Der Preis ist auch okay, und ich habe das Deo ja auch selbst gekauft, und es lässt sich ja auch irgendwie verbrauchen … aber ich mag das Deo einfach nicht.

Nach dem Duschen trockne ich mich ab, dann lege ich die erste Schicht Deo auf. Dazu gebe ich pro Seite fünf (ja, fünf!) Pumphübe unter die Achseln. Triefend nass, ganz genau, es wird triefend nass. Dann putze ich meine Zähne, ausgiebig, lange, bis die Achseln trocken genug für eine weitere Schicht sind. Ich sprühe wiederum fünf (ja, fünf!) Pumphübe pro Achsel auf die Haut. Ich habe es mit weniger Pumphüben probiert, in weniger oder mehr Schichten, aber hiermit erziele ich das beste Ergebnis in Kombination zur Zeit, die ich zur Verwendung des Produkts benötige. Es wäre besser, mehr Schichten mit weniger Hüben aufzusprühen, und jede Schicht komplett trocknen zu lassen, aber diese Zeit habe ich nicht. Und selbst wenn ich sie hätte, ich würde sie mir nicht nehmen, das sehe ich gar nicht ein. Hallo, das ist ein Deo, für Natrondeo veranschlage ich 30 Sekunden jeden Morgen. Übrigens: wenn ich weniger Deo aufsprühe, reicht mir die Wirkung nicht, und ich fange schon abends an zu riechen.

Selbst wenn das Deo getrocknet ist, hinterlässt es ein klebriges, glitschiges Gefühl auf der Haut. Ich vermute, es ist das Glycerin, das fühlt sich bei mir generell eher schmierig als pflegend an. Da Glycerin Wasser anzieht vermute ich weiter, dass Schweiß an das Glycerin gebunden wird und so die Haut unter den Achseln sich nicht trocken anfühlen kann. Auch sofort nach dem Anziehen fühle ich mich also nicht frisch und gepflegt, und das wird den Tag über kein Stück besser. Ich wiederhole mich in dem, was das Deo zu leisten vermag: nach einem normalen Tag müffele ich nicht. Aber im Gegensatz zum Natrondeo müffele ich am nächsten morgen ganz schön, und das vermiest es mir, meine Schlafanzugoberteile so lange anzuziehen, wie ich es sonst tue, da der Mief natürlich drin hängen bleibt. Bei meinen Natrondeos ist das überhaupt nicht der Fall, bei keinem, das ich bisher verwendet habe.

Eigentlich habe ich mich auf den Zitrusduft gefreut, aber ich mag ihn nicht besonders. Das mag am Salbei liegen, Salbei ist nicht mein Lieblingsgeruch. Aber vor allem riecht die Kombination an mir nicht frisch. Kennt ihr dieses frisch-geduscht-frisch-gepflegt-frische-Klamotten -Gefühl? Das habe ich mit diesem Deo nicht. Leider. Schade.

Obwohl das Deo Naturkosmetik in Bioqualität ist, nach Natrue zertifiziert wohlgemerkt, und mit einer Veganblume daherkommt, finde ich es nicht gut. Es fühlt sich für mich so an, als gäbe es irgendwie schon strenge Richtlinien, aber als ergäben diese für dieses Deo keinen Sinn. Wasser in Deo, okay, aber ich hätte lieber ein Hydrolat drin gehabt. Alkohol, okay, das trocknet schneller, aber es trocknet die Haut auch aus. Bei besserer Schutzwirkung hätte ich weniger Produkt verbraucht, da hätte es im Endeffekt weniger Alkohol auch getan. Salbei wirkt gegen Körpergeruch, ja, schön, aber da ist mehr undeklariertes Parfum im Deo als Deowirkstoff. Mag ich nicht. Mhm, ich habe einfach einen faden Beigeschmack. Einziger Trost: bei meinem hohen Verbrauch wird das Deo sicher bald leer sein. Innerhalb der ersten vier Wochen habe ich die Packung mindestens zur Hälfte leer gemacht, wer weniger sprüht, kommt dementsprechend weiter. Ich schätze mal, dass mir selbst ein Flakon für zwei Monate reicht.

Alles in allem: 24 von 40 möglichen Karin-Punkten
Nachdem mein Schmidt’s Deo angekommen ist, habe ich das Terra Naturi Deo erst mal zur Seite gestellt, aber gerade brauche ich es weiter auf. Es ist ja nicht wirklich schlecht. Es funktioniert ja schon. Ich mag es blos nicht. Es verwundert wohl niemanden, dass ich es mir nicht nachkaufen werde. Spannend wird es wohl, wenn ich im Anschluß an diese Packung eine oder zwei Wochen mit meinem noch weniger geliebten Alverde Deoroller Sensitiv (?) anhänge, ob ich es besser oder schlechter finde.

Fazit: Kauft euch lieber ein Natrondeo. Ist das keine Option oder solltet ihr nur wenig Körpergeruch und keine Probleme mit Alkohol haben, ist dieses Deo eine gut verfügbare, preisgünstige Alternative zu Aluminiumdeos.

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Dufte Körperpflege mit Bergamotte

Der Sommer ist vorbei, habt ihr auch schon mitbekommen, gell? Wo ich keine Angst mehr vor dem phototoxischen Effekt haben muss (heißt der so?) greife ich wieder gerne zu Zitrusölen als Beduftung in der Körperpflege. Am liebsten mag ich Bergamotte, und darum zeige ich euch heute meine Bergamotte Körperpflege Routine.

Von links nach rechts:
Schmidt’s Bergamot + Lime Deodorant
Less is More Tangerine Curl Balm
Fragàncies del Montseny, Naiada Secrets Wild Flowers*
Indemne Gimme Smooth! Slimming Lotion*
JOIK Körperöl mit Zitrone & Bergamotte
Kivvi Bergamotte & Litsea Body Lotion
Kivvi Bergamotte & Litsea Shower Gel

Duschen ist klar, ja? Mit Kivvi, für das erste Dufterlebnis. Das Duschgel packt problemlos Körperöl, wenn ich denn vorher mal eine Ölmassage gemacht habe. Danach trockne ich mich nicht sofort ab, sondern Öle mich ein. Auf meine Problemzonen (Hüfte, Po, Reiterhosen) kommt das Celluliteöl von Indemne – eine wirklich winzige Menge reicht – das ich nach dem Auftragen kurz mit einer Massagebürste in die Haut arbeite. Danach kommt auf besonders trockene Stellen das Joik Körperöl. Jetzt massiere ich die Öle soweit ein, bis kaum noch Feuchtigkeit das Öl gleiten lässt. Falls ich danach noch nass bin, tupfe ich Wassertropfen auf der Haut mit einem Handtuch ab oder ziehe für ein paar Sekunden meinen Bademantel an. So ist die Haut gerade nebelfeucht und die Bodylotion lässt sich prima verteilen. Sie ist fast sahnig, also sehr reichhaltig, dabei aber trotzdem recht flüssig. Ich mag die Konsistenz, sie fühlt sich nach sofortiger Pflege an.

Warum ich so viele verschiedene Produkte verwende? Ich habe sie und mag sie auch benutzen. Drum tu‘ ich auf trockene Körperstellen eher Öl, auf große Flächen die weniger Pflege benötigen die Lotion.

Danach ist Anti-Muff und noch mehr Duft angesagt: das Natrondeo von Schmidt’s lässt sich gezielt entnehmen und auftragen, dazu mit einem Fingernagel etwas von dem Deo abhebeln und auf die Haut aufdrücken. Arme runter, zwei drei Sekunden warten und anschmelzen lassen, verteilen. Das Natron ist ganz fein verteilt im Produkt und die Sheabutter pflegt wirklich gut. Als Duft und als Aromatherapie trage ich Parfum von Fragàncies del Montseny auf, am liebsten in den Nacken und auf die Pulsgegend.

Meine Haare durften derweil im Handtuchturban antrocknen und können nun vorsichtig gekämmt werden. In die Längen und vor allem in die Spitzen kommt der Tangerine Lockenbalsam von Less is More. Falls die Haare mal richtig verknotet sind, hilf der Balsam auch beim Entwirren. Aber klar, die Wellen bündelt er besser, wenn er als letztes vor dem Lufttrocknen eingeknetet wird. Soll es etwas reichhaltiger sein, mische ich ein paar Tropfen Öl in den Balsam. Das klappt ausgezeichnet!

Gerade jetzt, wo der Sommer in den Herbst übergeht, mag ich gebrochene Zitrusdüfte besonders gern. Also Limette statt Zitrone, Tangerine statt Mandarine, Bergamotte statt Orange, … So ein Duftbouquet ist frisch, aber nicht spitz, eher in sich rund. Es ist nicht „Yeah, hier bin ich, BÄMM!“ sondern vielmehr Ruhe, Geborgenheit, aber auch Gelassenheit, Tatkraft und langanhaltende Energie.

Mit welchem Duftbouquet umgebt ihr euch jetzt gerne, wo es draußen stürmischer wird?

Transparenz:
Zwei Produkte, die ich in diesem Beitrag erwähnt habe, wurden mir vom Hersteller kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um:
Fragàncies del Montseny, Naiada Secrets Wild Flowers* (Duft)
Indemne Gimme Smooth! Slimming Lotion* (Körperöl gegen Orangenhaut und Cellulite)

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Jojoba-Öl Müller Pflanzenkosmetik

Vor einiger Zeit habe ich mir mal im Müller Drogeriemarkt eine Flasche Jojobaöl gekauft. Man liest so viel positives von Jojobaöl (das eigentlich ein Wachs ist) dass man irgendwann kaum dem Impuls widerstehen kann, es in den Einkaufskorb zu legen und damit zur Kasse zu gehen.

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Das Jojobaöl kommt in der 100 ml Glasflasche mit Pumpspender und kostet ungefähr 8€ wenn ich mich richtig erinnere. Es ist 100% reines Produkt ohne Beimischungen und stammt aus konventionellem Anbau, ist also nicht in Bioqualität. Die anderen Öle der Müller Eigenmarke fand ich nicht so interessant, da ich sie entweder in Lebensmittelqualität im Bioladen bekomme oder die Öle gemischt sind. Aber das Jojobaöl, wie gesagt, habe ich mitgenommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Testen fand ich ganz in Ordnung.

Allgemeines Marketinggeschwurbel zum Jojobaöl (unabhänig von der Marke):
Es pflegt, schützt und glättet die Haut. Es ist hervorragend zur Rückfettung geeignet, denn es vermischt sich mit dem natürlichen Hautfett und bildet einen nicht okklusiven Lipidfilm, der die Feuchtigkeit der Haut bindet, sie jedoch in keiner Weise abdichtet. Es stabilisiert den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Es dringt schnell in die Haut ein, verbessert so die Hautelastizität. Es eignet sich für jeden Hauttyp.

Die Angaben die man im Internet findet, sagen also folgendes: es zieht rasch in die Haut ein, liegt aber trotzdem auf. Das ist ein Widerspruch in sich! Und wo ein Widerspruch ist, gibt es auch immer einen Haken an der Sache …

Ich selbst komme mit Jojobaöl als Hautpflegeprodukt überhaupt nicht klar. Meine Haut ist sehr feuchtigkeitsarm und fettet dennoch schnell nach. Jojobaöl liegt bei mir einfach nur auf. Es zieht in keinster Weise ein und hinterlässt ein klebriges, bappiges Gefühl. Unter dieser Schicht bleibt die Haut jedoch so feuchtigkeitsarm und trocken wie vorher, wenn nicht sogar schlimmer. So viel zu „Es eignet sich für jeden Hauttyp.“. Nein, es eignet sich nicht für jeden Hauttyp, diese Verallgemeinerung kann ich nicht unkommentiert stehen lassen! Es mag sein, dass Jojobaöl für viele ein perfektes Zusatzprodukt für die Hautpflege ist, aber für meine trockene Fetthaut kann ich es nicht als Pflege einsetzen.

Das Produkt ist in keinster Weise minderwertig oder schlecht, und es widerstrebt mir, gute und hochwertige Inhaltsstoffe wegzuwerfen. Daher habe ich für mich nach Lösungen gesucht, wie ich die nur wenig gebrauchte Flasche sinnvoll entleeren kann. Als Zusatz zu Bodylotion oder als Kaffeepeeling unter der Dusche war es mir ebenfalls zu aufliegend. Erst als ich diese Eigenschaft des Aufliegens nicht mehr als Nachteil eingestuft habe, sondern als Vorteil, bin ich weitergekommen.

Beim Abschminken: wenn ich ein ‚großes‘ Makeup aufgelegt habe, löse ich meine Mineralfoundationschichten gerne mit Jojobaöl vor. Es zieht nicht in die Haut ein, ich habe also alle Zeit der Welt, mein Gesicht mit den Händen oder einem Massagepad zu massieren. So kann ich die vielen Schichten an Pigment von meiner Haut und aus den Poren in das Jojobaöl einarbeiten und nach der Massage viel besser abnehmen. Dazu verwende ich eines der runden, waschbaren Schwammtücher, das ich mit warmem Wasser getränkt und ausgedrückt habe. Mit dem Schwammpad kann ich den Großteil an Makeup leicht abwischen. Danach reinige ich meine Haut wie gewohnt (so als hätte ich kein Makeup getragen, also mit Reinigungsmilch und Co.).

In der Haarpflege: Meine Haarspitzen sind störrisch und verkletten gerne. Wenn ich vor einer Haarwäsche Zeit habe, mache ich eine Vorwaschkur mit Jojobaöl. Dazu feuchte ich die Haare an (mit Leitungswasser aus einem alten Fläschchen, z.B. Hydrolat von Maienfelser oder Tonic von Gebhardt, die haben einen Sprühaufsatz) und gebe danach etwas Haarspülung vermischt mit Jojobaöl hinein. Oder ich mische gleich im Sprühfläschchen ein Teil Jojobaöl mit einem Teil Spülung und drei Teilen Wasser, verschüttele es gut, und sprühe damit die Haarlängen und Haarspitzen ein. Das ist kein Wundermittel für mich, aber es hilft mir, meine Haare nach der Wäsche besser entwirren und kämmen zu können. Ich benötige noch immer eine Spülung oder saure Rinse und am Besten noch ein Leave-In, aber das Jojobaöl macht einen Unterschied.

Inzwischen habe ich die Flasche zu etwa einem Drittel geleert, für mich eine große Sache, nachdem ich soo lange nach einer Verwendungsmöglichkeit gesucht habe. Wir haben uns angefreundet, Jojoba und ich, aber ich bezweifle einen Nachkauf. Wenn es leer ist werde ich lieber mit anderen Ölen experimentieren.

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