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Hautbesänftigungsoffensive

Manchmal ist meine Haut lammfromm und streichelzart, aber manchmal zickt sie auch total aus. Das kommt öfter vor als mir lieb ist, und dann heißt es, den Schaden zu begrenzen. Gerade befinde ich mich wieder in einer Besänftigungsphase und versuche, meine Haut dabei zu unterstützen, wieder ins Gleichgewicht zu finden.

Unser Leitungswasser wurde vor einiger Zeit für wenige Wochen gechlort, das hat meiner Haut nicht gut getan. Mir selbst hat das Wasser nicht geschmeckt, und ich trinke sonst sehr gern unser Leitungswasser. Mit Mineralwasser (mit und ohne Kohlensäure) kann ich mich nicht recht anfreunden, so bin ich in dieser Zeit auf andere Getränke ausgewichen, Schande auf mein Haupt. So viel Saft und Sofdrinks und alkoholfreies Bier wie in dieser Zeit habe ich schon lange nicht mehr getrunken. Trotzdem habe ich mein tägliches Trinksoll nicht erreicht. Meine Haut wurde also von außen irritiert und hat von innen nicht genug Feuchtigkeitsnachschub bekommen. Sie ist viel trockener geworden, hat gejuckt und sich geschuppt, zudem hat sich Talg verkapselt anstatt abzufließen und ich habe viele fiese Unterlagerungen, Pickel und mehr Milien bekommen.

Jetzt ist das Wasser wieder ungechlort und ich kann mehr trinken, das ist das Fundament meiner Hautbesänftigungsoffensive. Wasser ist für viele Stoffwechselvorgänge im Körper notwendig, trinkt man zu wenig, kommt das komplette System aus dem Lot. Ohne Wasser keine Feuchtigkeit, wenn ich also will, das meine Haut besser durchfeuchtet ist, muss ich ihr Nachschub von innen liefern.

Ich habe mir für die Wochenenden (und ab und an einmal pro Woche zwischendurch) eine Unterstützungsroutine angewöhnt, die meiner Haut zusätzlich von außen hilft.

1. sanfte Hautreinigung
Bevor ich anfangen, reinige ich meine Haut vor. Dazu verwende ich eine sanfte Reinigungsmilch, derzeit eine von i+m. Ich emulgiere sie sanft auf mein feuchtes Gesicht und massiere ganz sanft die Problemstellen, bei mir sind das die Schläfen und der Kiefer-/Kinnbereich. Danach spüle ich die Reinigung mit klarem, hautwarmem Wasser ab. Ich verwende kein Baumwolltuch zum Abnehmen, meine Haut ist schon gereizt genug. Also halte ich mein Gesicht seitlich unter den Wasserhahn und lasse das Wasser seine Arbeit tun.
Reinigungsmilchen, eine Auswahl

2. Enzympeeling
Die Oberfläche meiner Haut ist schuppig und trocken. Pflegeprodukte quellen diese Hautschicht auf, ohne tiefer wirken zu können. Daher unterstütze ich meine Haut im Abschilfern der obersten Hautschüppchen mit einem Enzympeeling. Normalerweise würde ich meine Enzympeelingseife benutzen, aber sie ist eher austrocknend, daher greife ich zum Enzympeelingpuder von Kneipp (Produktmuster). Das Pulver kann man in eine Handfläche rieseln lassen, mit ein paar Tropfen Wasser vermischen, und damit dann das Gesicht massieren. Es entsteht eine weiße, leicht blasige Flüssigkeit, die auf der Haut cremig wird. Augen- und Lippenpartie spare ich aus, dafür verteile ich das Peeling auch vorne am Hals, damit der Kiefer-/Kinnbereich komplett abgedeckt ist. Diese Schicht lasse ich nun für fünf bis zehn Minuten ihr Wunderwerk tun. Danach wasche ich sie mit hautwarmem Wasser ab.
Enzympeelingpuder von Kneipp

3. Reinigungsmaske
Anschließend trage ich eine Reinigungsmaske großzügig auf mein Gesicht auf. Ich habe schon Masken von Cattier und Gebhardt verwendet, gerade arbeite ich an einer Dose Vetivermaske von Khadi. Ich rühre das Pulver mit Wasser an und gebe ein paar Tropfen Gesichtsöl hinzu, damit die Maske nicht ganz so austrocknend wirkt. Mit einem Foundationpinsel verteile ich die Masse im Gesicht und auf dem Hals, dann setze ich mich – mit einem Handtuch um den Oberkörper gelegt – auf die Couch und lese oder sehe mir eine Folge einer amerikanischen Serie an. Falls ich mal lache oder schmunzele bröckelt die Maske auf das Handtuch, kein Problem also. Ich warte, bis die Maske sich fest und hart anfühlt, komplett durchgetrocknet muss sie nicht sein, dann wasche ich sie runter. Augen fest zu, denn ich bin Meister darin, mir was in die Augen zu spülen. Jetzt kommt doch ein Waschlappen in Aktion, mit ihm wische ich meinen Haaransatz und die Ohren sauber.
Khadi Vetiver Pulvermaske

4. Feuchtigkeitsmaske
Auf die noch leicht feuchte Haut massiere ich nun eine Feuchtigkeitsmaske, derzeit ist das die Provida Mille Fleurs Maske mit Bachblüten (Produktmuster). Erst eine kleinere Menge, so merke ich, wo die Haut die Maske förmlich aufsaugt, und wo die Haut von sich aus noch gut in Schuß ist. Dann trage ich eine weitere Menge der Maske auf das Gesicht auf, besonders dick dort, wo die kleinere Menge schnell eingezogen ist. Jetzt lasse ich die Maske wieder eine ganze Zeit lang einwirken und antrocknen.
Provida Mille Fleurs face mask / Gesichtsmaske

5. Im Anschluss …
… steige ich unter die Dusche. Dort wasche ich die Reste der Feuchtigkeitsmaske mit lauwarmem Wasser vorsichtig ab. Sofort nach dem Duschen gebe ich die erste Schicht Pflege (Öl oder Creme) auf die noch tropfnasse Gesichtshaut. Danach pflege ich wie gewohnt.

 

Ich merke, dass nach so einer Offensive meine Haut glatter und durchfeuchteter ist, aber auch, dass Unreinheiten von unter der Haut nach oben wandern. Pickelchen häufen sich, aber die Unterlagerungen werden weniger. Ja, dieses Prozedere stresst meine Haut, deshalb mache ich das nur einmal, höchstens zweimal die Woche. Und ich muss generell sehr sanft mit meiner Haut umgehen. Physikalische Peelings sind tabu, auch Baumwolltücher zum Abschminken (hot cloth cleanser etc.). Ausgiebige Gesichtsmassagen, wie sie sonst zum wöchentlichen Pflegeritual gehören, fallen auch weg. Das nehme ich in kauf, weil meine Haut schneller wieder rein wird.

 

Transparenz:
Die meisten der Produkte habe ich mir selbst gekauft.
privatkauf
Zwei der Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, es handelt sich hierbei um

  • Kneipp Enzympeeling, es wurde mir von NaTrue auf der Vivaness gegeben
  • Provida Mille Fleurs Gesichtsmaske, sie wurde mir von Provida auf Anfrage zur Verfügung gestellt

produktmuster

Wie unterstützt ihr eure Haut wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät? Habt ihr spezielle Produkte, Anwendungen oder Rituale, die euch helfen?

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Wie finde ich ein passendes Gesichtsöl? [How to …]

Auf der Suche nach einem passenden Gesichtsöl habe ich richtig Zeit investiert, und ich nehme euch heute mit in meine Gedankenwelt, was passiert, wenn ich mir richtig viel Mühe gebe, ein tolles, neues, für mich passendes Produkt zu finden. Ich gebe euch Gedankenanstöße, wie ihr die Suche für euch selbst anpassen könnt, um nicht unnötig viel herumprobieren zu müssen.

Vorgeplänkel

Meine Gesichtspflegeroutine ist seit einigen Monaten fast immer gleich. Ich schminke mich ab, wenn es nötig ist (Mizellenwasser, Make-up-Entferner etc.) und reinige dann meine Haut mit einer milden Reinigungsmilch (Gebhardt, Santaverde, i+m, Weleda, etc.). Anschließend verwende ich einen Toner (Maienfelser Hydrolate, Hauschka, etc.) und eine Gesichtscreme (Provida, Gebhardt, etc.) in Kombination mit einem Öl (Maienfelser, Einzelöle, etc.). Pro Kategorie habe ich zwei bis vier unterschiedliche Produkte, je nach Hautzustand und Gemüt wechsle ich sie ab.

Womit ich derzeit ganz und gar nicht zu Frieden bin, ist mein Ölserum für tagsüber. Ich hatte eine Mischung von Maienfelser (die ich mochte), sie ist leer, schon seit einer ganzen Weile. Dann habe ich Sacha Inchi für mich entdeckt und auch Arganöl getestet, beide mag ich gern. Hagebuttenkernöl zieht auch gut weg bei mir, aber ich habe nur das aus der vollen Frucht und das ist elendiglich gelb und färbt auf alles ab, wo es drankommt. Dann besitze ich noch Avellanaöl, für den Sonnenschutz. Ich wollte auch gerne Mandel und Aprikosenkern testen, und Traubenkern und …

Fällt euch was auf? Ich erzähle hier von total vielen einzelnen Ölen, die bei mir daheim rumstehen. Aber so einzeln mag ich Öle nicht immer verwenden, ich hätte gerne eine solide Mischung, die ein breiteres Spektrum abdeckt. Darum habe ich auch selber gemischt: Avellana mit Sacha Inchi und Hagebutte, das war vor dem Sommer, um zu testen, ob ich Avellana im Gesicht haben möchte. Diese Mischung ist aber denkbar ungünstig, Hagebutte sollte man abends auftragen (nicht morgens) und Avellana morgens (nicht abends). Also habe ich sie abends aufgetragen und verbraucht.

Meine nächste Mischung basierte auf Aprikosenkernöl mit Sacha Inchi und Hagebuttenkernöl, die war nicht ganz so leicht wie die andere und für abends gedacht. Jetzt weiß ich: Aprikosenkern zieht bei mir nicht so gut weg wie andere Öle. Mist. Als die Hälfte der Mischung aufgebraucht war, habe ich mit Argan aufgefüllt, so ist es etwas besser. Perfekt ist das jedoch noch nicht, und für Tagsüber fehlt mir noch immer eine Mischung.

Ich bin ja experimentierfreudig, das wisst ihr. Drum habe ich mein Hirn eingeschaltet und überlegt, was ich so kombinieren könnte, ohne noch mehr Zeug rumstehen zu haben. Meine Gedanken sind bei den Khadi Gesichts- und Körperölen hängen geblieben. Daheim habe ich mir die Beschreibungen durchgelesen und wollte daraufhin das Öl “Pink Lotus” kaufen, im Laden war aber exakt dieses nicht mehr da. Mitgenommen habe ich dann das “White Lily”. In einer Pipettenflasche habe ich halbe-halbe Arganöl mit Whity Lily gemischt, und dieses verwende ich jetzt morgens.

Gesichtsöl selbst gemischt mit Arganöl und Khadi White Lily

So ganz glücklich bin ich immer noch nicht. Ich habe diverse Einzelöle daheim, zwei selbst gemachte Mischungen plus ein Pröbchen Hautfunktionsöl bei unreiner Haut, aber ich fühle mich nicht angekommen. Ich will ein allerliebstes-für-die-Morgenroutine-Ölserum das wirklich gut zu meiner trockenen Fetthaut passt, sie durchfeuchtet und samtweich ohne Glanz oder Film hinterlässt *mit dem Fuß fest auf den Boden stampft*! Es ist keine Eile geboten, ich kann in aller Ruhe meine Recherchen machen um so ein Öl zu finden.

[How to] Perfektes Öl finden: meine Vorgehensweise

Bestandsaufnahme
Ich stelle mir die Fragen: wo komme ich her und wo will ich hin? Ich komme von einzelnen Ölen, die ich selber gemischt habe. Das will ich nicht mehr, sondern eine fertige Mischung. Ich komme von leichten Ölen die sehr gut bei mir einziehen (Sacha Inchi, Hagebutte, Triglyceride, Argan) und möchte dabei bleiben. Ich habe festgestellt, dass Jojoba nicht bei mir einzieht, ich sollte also Mischungen meiden, in denen es auf den vorderen Plätzen der INCI-Liste steht. Ich habe keine Allergien, aber mein Mann verträgt Lavendel nicht, das möchte ich auch berücksichtigen. Meine Anforderungen sind also: ich will eine Ölmischung mit hohem Linolen- und Linolsäuregehalt, gesättigte Fettsäuren sollten nur ganz wenig drin vorkommen, stattdessen lieber mehrfach ungesättigte, und die ätherischen Öle sollten nicht mit Lavendel sein.

Wo suchen?
Meine üblichen Verdächtigen (Naturdrogerie, Ecco Verde, Amazingy, All for Eves, Love Lula, Naturisimo, Being Content, …) bieten eine enorme Auswahl an Produkten, die in Frage kommen. Zusätzlich habe ich mich noch bei Hilla und Maienfelser umgeschaut und bin dem Tipp einer amerikanischen Bloggerin gefolgt.

Wie suchen?
Erstmal versuche ich, eine Produktkategorie wie “Öle und Seren” oder “Spezialpflege” aufzurufen, dann muss man nicht so viel suchen, wie wenn man sich nur die Sachen anzeigen lässt, die zu einem Hautzustand passen. Dann öffne ich alle Produkte in einem Hintergrundtab, die mir interessant erscheinen (meine Stichworte: trockene Haut, durchfeuchten, Hautschutzmantel stärken, …). Anschließend schaue ich mir die Beschreibungen und INCI-Listen an und schließe alle Tabs mit Produkten, die einen wässrigen Anteil enthalten (Wasser, Aloe Vera Saft, Hydrolat, …), denn ich will ein Ölserum. Im Anschluß klicke ich alle Tabs weg, bei denen auf den ersten drei INCI-Plätzen Jojobaöl steht. Als Basis möchte ich leichte Öle, also fliegen auch die raus, die auf Olivenöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl etc. basieren, denn das habe ich selbst schon getestet (und für nicht passend befunden). Diese Prozedur mache ich mit allen genannten Shops und habe nachher eine wirklich lange Liste mit Produkten, die theoretisch für einen Kauf in Frage kommen.

Die Auswahl weiter einschränken!
Solche Ölmischungen, die mir irgendwie negativ aufgefallen sind, habe ich aussortiert. Nun mache ich es andersrum, ich markiere mir die Produkte, die mich durch irgendetwas ansprechen, meine Neugier wecken, mich zum Ausprobieren animieren. Das kann eine gut klingende Mischung an ätherischen Ölen sein, oder dass das Öl auf einem besonderen Öl basiert oder dass viele Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau stammen oder so. Wenn ich nur noch diese Mischungen in der Auswahl lasse, bin ich bei ungefähr zehn bis 15 Produkten angekommen. Das ist mein Rest, aus dem ich dann tatsächlich Produkte herausfische, die für einen Kauf in Frage kämen.

Der Rest: analysieren
Als Resultat meiner Recherchen haben sich folgende Produkte herausgearbeitet, ich habe sie hier mal für euch aufgelistet. Zuerst kommt der Hersteller, dann der Name des Produkts, und in Klammern (die Produktgröße in ml | der Preis pro Verkaufseinheit | der Preis umgerechnet auf 100 ml):
Antipodes Joyous (30 ml | 48€ | 160€ per 100 ml)
Flow Cloudberry Serum (20 ml | 38€ | 190€ per 100 ml)
ila Spa Face Oil for Glowing Radiance (30 ml | 93€ | 310€ per 100 ml)
Joik Silky Facial Serum (30 ml| 20€ | 67€ per 100 ml)
Living Nature Spezialpflegeöl – Special care oil (100 ml | 30€ | 30€ per 100 ml)
Maienfelser Gesichtsöl Youngster fine (50 ml | 15€ | 30€ per 100 ml)
Maienfelser Gesichtsöl Youngster super (50 ml | 15€ | 30€ per 100 ml)
Maienfelser Redpower Speiseöl (60 ml | 12,50€ | 21€ per 100 ml)
May Lindstrom The Youth Dew (20 ml | 120€ | 600€ per 100 ml)
Pai Echium & Amaranth Age Confidence Oil (30 ml | 55€ | 184€ per 100 ml)
REN Vita Mineral™ Omega 3 Optimum Skin Oil (30 ml | 30€ | 100€ per 100 ml)
Suti Nourish (30 ml | 32£, 41€ | 137€ per 100 ml)
Suti Rejuvenate (30 ml | 32£, 41€ | 137€ per 100 ml)
Vice 1960 V60 Facial Oil Radiance (15 ml | 28€, 35$ | 187€ per 100 ml)

Jetzt markiere ich mir folgende Kriterien:
# Kostet das Produkt in der Vollgröße weniger als 25 €uro? (virtuelle Schmerzgrenze)
* Kostet das Produkt auf 3 Monate gerechnet weniger als 35 €uro? Der 100ml Preis sollte unter 465€ liegen. (virtuelle Schmerzgrenze)
+ Erkenne ich das Öl als leichtes Öl?
~ Habe ich ein gutes Bauchgefühl dabei, es zu testen?
° Möchte ich es testen, weil es sich so schön liest?
Wie komme ich auf die Zahlen? Meine Erfahrung. Ich brauche nur ein bis vier Tropfen je nach Öl pro Anwendung, und mit 1 ml komme ich durch zehn bis 15 Anwendungen, sagen wir mal zwölf, das lässt sich gut rechnen. 1 ml = 12 Anwendungen, 10 ml = 120 Anwendungen, 30 ml = 360 Anwendungen => Jahresration. Pro Vierteljahr verbrauche ich rechnerisch 7,5 ml (mit einer Schmerzgrenze von 35 Euro!), auf 100 ml umgerechnet komme ich auf [35:7,5×100] 465 €uro.

*+~° Antipodes Joyous
*+~ Flow Cloudberry Serum
*+~ ila Radiance
#* Joik Silky
* Living Nature Special
#*° Maienfelser fine
#*+~° Maienfelser super
#*+~° Maienfelser Redpower
° May Dew
*° Pai Confidence
*+~ REN Optimum
*° Suti Nourish
*+~ Suti Rejuvenate
*° Vice Radiance

Also gut, dann sortieren wir mal nach Anzahl der Zustimmungen:
#*+~° Maienfelser super
#*+~° Maienfelser Redpower
*+~° Antipodes Joyous
*+~ Flow Cloudberry Serum
*+~ ila Radiance
#*° Maienfelser fine
*+~ REN Optimum
*+~ Suti Rejuvenate
#* Joik Silky
*° Pai Confidence
*° Suti Nourish
*° Vice Radiance
* Living Nature Special
° May Dew

Jetzt sortieren wir innerhalb danach, ob ich es als leichtes Öl einschätze und ob ich ein gutes Bauchgefühl habe (+~):
#*+~° Maienfelser super
#*+~° Maienfelser Redpower
*+~° Antipodes Joyous
*+~ Flow Cloudberry Serum
*+~ ila Radiance
*+~ REN Optimum
*+~ Suti Rejuvenate
#*° Maienfelser fine
#* Joik Silky
*° Pai Confidence
*° Suti Nourish
*° Vice Radiance
* Living Nature Special
° May Dew

Somit habe ich mir selber meine Auswahl weiter eingeschränkt auf die folgenden Öle:
Maienfelser super sowie Redpower, Antipodes Joyous, Flow Cloudberry Serum, ila Radiance, REN Optimum und Suti Rejuvenate. Das sind immer noch sieben Stück, aber ich habe mit geschätzt 60 Produkten angefangen, so gesehen ist das eine gute Reduzierung.

Mein nächster Schritt wird sein, von diesen sieben Ölen jeweils eine Probe zu bekommen wo es möglich ist, und die Proben dann miteinander gegenzugleichen. Letztendlich zählt nur, wie meine Haut das Öl annimmt, das kann man nicht mit Zahlen und Statistiken herausklamüsern – das muss man testen!

Warum mache ich diesen Terz überhaupt? Das war doch irre viel Arbeit!
Ich habe sehr oft das Gefühl, dass ich etwas übersehe, dass da draußen vielleicht ein noch besseres Produkt ist, zu dem ich wechseln könnte. Doch ich suche gerade ein Gesichtsöl, dem ich gerne treu bleiben möchte, und dazu muss es sich gegen andere Spitzenkandidaten durchsetzen. Die Crème de là Crème passender Kandidaten habe ich eingeköchelt auf die angenehme Anzahl von 7 (in Worten: sieben), und wenn da tatsächlich eine Ölmischung dabei ist, die mich glücklich macht, kann ich sagen: “Das habe ich fein gemacht. Da draußen in der lieben weiten Welt gibt es sicher kein anderes Öl, mit dem ich so gut zurecht komme wie mit dem, das ich aktuell habe!”

Klar, ab und an werde ich auch was neues austesten, ich bin sehr neugierig. Doch es ist ein tolles Gefühl, ein Produkt zu haben, zu dem man immer wieder zurückkommen kann. So etwas habe ich derzeit nicht, und ich möchte da hin gelangen.

Zusammengefasst
Bestandsaufnahme machen: Vorlieben, Abneigungen, Allergien, etc. notieren und ein Profil des Produkts erstellen, wonach man sucht
Wo anfangen: In welchen Läden und Onlineshops stöberst du gerne? Besuche (virtuell) unterschiedliche Läden und Anbieter, damit du ein breites Angebot zur Auswahl hast.
Wie suchen: Öffne die Produktkategorie für das Produkt, das du suchst. Schränke dich nicht dadurch ein, dass du über die Auswahl deines Hautzustandes nur einen Teil der Produkte anzeigen lässt. Schau dir die einzelnen Produkte an und notiere dir, welche Sachen zu deinem Profil aus der Bestandsaufnahme passen.
Auswahl einschränken: Markiere jetzt nur die Produkte, die dir positiv auffallen, dich ansprechen, zum Verwenden einladen. Es sollten höchstens zehn bis 15 Produkte übrig bleiben.
Analysieren: Überleg dir, wie viel du für den Kauf eines solchen Produkts ausgeben willst (Erstkaufhürde), und wie viel es dir wert wäre, es dauerhaft zu benutzen. Sind Produkte auf der kleinen List, die wirklich gut zu deinen Anforderungen passen? Oder solche, bei denen du ein wirklich gutes Bauchgefühl habt? Gibt es etwas, von dem du glaubst, es unbedingt testen zu müssen? Notiere deine Antworten jeweils neben die Produkte.
Gewichtet sortieren: Welche Sachen haben die meisten Fragestellungen erfüllt? Besonders wichtig ist, dass die Inhaltsstoffe passen und/oder dein Bauchgefühl, aber auch, dass du dir das Produkt auch wirklich leisten kannst.
Proben ordern und testen: Jetzt kommt der spaßige Teil, nämlich Pröbchen oder Reisegrößen der Produkte zu finden, die ganz oben auf der Hitliste stehen. Teste dich durch und finde dein Lieblingsprodukt! So bist du sicher, dass du dein Geld in etwas investierst, das Herz und Verstand genau so lieben wie dein Körper.

Wenn ihr so vorgeht, habt ihr vielleicht nicht mehr so ein flaues Gefühl im Magen, richtig viel Geld für ein einzelnes Produkt auszugeben. Mir geht es nämlich so, ich habe unheimlich Schiß davor, Fünfzig Euro oder mehr für etwas auszugeben, dass ich danach nicht verwende.

So. Ich geh’ jetzt Pröbchen zusammensuchen. Wäre doch gelacht, wenn ich mir zu Weihnachten nicht eine Vollgröße Gesichtsöl-Serum unter den Baum stellen könnte!

Update 8. Oktober:
Wegen des Ila Öls habe ich nach Proben gefragt aber keine Antwort erhalten. Vom Joyous gab es auch keine. Daher habe ich vorerst bei Maienfelser bestellt, Youngster und Redpower. Und Wiesenschaumkraut. Und noch ein paar Kleinigkeiten. Bei Maienfelser fällt es mir schwer, mich zurückzuhalten.

Ich teste also erstmal diese beiden gegeneinander, und den Sieger lasse ich dann gegen das nächste Ölserum antreten und so weiter und so fort. Wahrscheinlich wird das nächste das von Flow, denn das kann ich in Deutschland bestellen.

Transparenz:
Ich habe keinerlei Vorteile dadurch, dass ich Firmen oder Produkte genannt habe. Es handelt sich hierbei um meine persönliche Auswahl zur Produktfindung einer Ölmischung, die zu meiner trockenen Fetthaut passen könnte. Wenn ihr einen anderen Hautzustand habt, geht doch meinen Entscheidungshelfer durch und findet Produkte, die zu euch passen – unabhängig davon, was ich in diesem Blogpost genannt habe.

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Neu im September

Auch im September habe ich einige Sachen eingekauft. Ein bischen mehr, als mir lieb ist, wenn ich meine Kontoauszüge anschaue.

Neue Beautyprodukte im August 2014
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Mein Besuch in der Naturdrogerie in Mainz

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Meine Reise ging einmal quer durch Deutschland, von Ost nach West und wieder zurück, an einem Wochenende. An der kreuz und quer verlaufenden Fahrtroute liegt Mainz, und in Mainz ist – wer ahnt es nicht? – die Naturdrogerie.

Normalerweise versuche ich, meine Beiträge fundiert zu schreiben, nicht so viel persönliches einfließen zu lassen und objektiv zu bleiben. Heute mache ich es genau anders herum und schreibe frei von der Leber weg, subjektiv, persönlich. Darum ist mein Posting heute auch viel länger als gewöhnlich, also holt euch einen Tee und macht es euch gemütlich.

Bei der Naturdrogerie habe ich bereits zweimal bestellt (hier geht es zu meinem auspack-Beitrag). Das Sortiment ist schön, und seit der Webshop umgemodelt wurde, komme ich damit auch gut klar. Ich gestehe: manchmal gehe ich online, einfach nur um mir die schönen Bilder anzuschauen, Produkte in den Warenkorb zu legen, zu vergleichen, rauszusortieren, um mich an den Farben der Lidschatten und Lippenstifte zu berauschen und – anstatt ein gutes Buch zu lesen – die INCI-Listen verschiedener Hersteller bei ähnlichen Produkten zu vergleichen. ‘Hier ist Glycerin an fünfter Stelle, aber es ist Alkohol drin; dort steht Glycerin an Platz drei, aber davor kommt ein Hydrolat, nicht Wasser, und auf Alkohol wurde verzichtet … wie das wohl konserviert ist?’

Ein bischen traurig macht mich, dass ich kaum dekorative Kosmetik online kaufen mag. Die Farbkarten sind oft wenig realistisch aussagekräftig, die Textur in einem Bild schwer einzufangen. Da die Zuii Lidschatten ganz oben auf meiner Wunschliste stehen, habe ich also schon wochenlang auf eine Gelegenheit gewartet, vor Ort die Farben noch mal anzuschauen. Die Gelegenheit kam, wie schon gesagt, letztes Wochenende. Am Samstag, eine Stunde vor Ladenschluss, war ich endlich da, in meinem einzig erreichbaren Mekka der Naturkosmetikfarben.

Naturdrogerie Mainz, dekorative Kosmetik

Beim Betreten des Ladens war ich überrascht, wie klein er ist. Zwar nicht winzig aber doch eher gemütlich, hätte ich mir anhand des Onlinesortiments einen größeren Raum vorgestellt. Es war aber trotzdem alles da was man aus dem Shop kennt, sogar ein paar Sachen mehr. Wenn ich mir einen neuen Laden anschaue, drehe ich zwei Runden. Die erste Runde dient der Orientierung und Sichtung. Welche Marken stehen wo? Wie breit ist das Sortiment, oder ist es doch eher tief? Sind die Waren ansprechend und gut strukturiert präsentiert, finde ich mich zurecht? In der zweiten Runde sammle ich dann diejenigen Produkte zusammen, die ich kaufen möchte. Für beide Runden hatte ich eine Stunde Zeit, und das hat gerade so gereicht, obwohl der Laden quadratmetermäßig nicht sehr groß ist.

Zuerst habe ich mir Sonnenprodukte von eco Cosmetics angeschaut, besonders das Öl hat mich interessiert. Auf einigen Blogs habe ich schon davon gelesen, bisher nur gutes. *Schwupps* hatte ich einen Klecks auf der Hand, eine helfende Hand hat mir den Tester gereicht und mich zum Austesten ermuntert. (Geistige Notiz: ja, mag ich, zieht gut ein, muss ich mal im Gesicht testen ob es da auch gut einzieht oder aufliegt.)

Danach stand ich am Regal vor den Khadi Pulvern. Waschnuss als Pulver wollte ich schon immer mal testen, im Eliah Sahil Shampoo ist es auch drin, und das schäumt ausreichend gut. Außerdem kann man es in Seifen versenken *like*. Wer weiß auswendig, welches der drei indischen Kräuter – Amla, Reetha, Shikakai – die Waschnuss ist? Ich wusste es nicht. Aber die Antwort versteckt sich im Onlineshop, der sofort für mich aufgerufen wurde. Reetha ist es! War aber nicht da. Warum nicht? Manche Produkte von Khadi sind nicht zertifiziert, demnach auch nicht im Laden. Reetha allerdings trägt ein Siegel vom BDIH, sollte also verfügbar sein. Das wird geklärt. (Macht aber nix, meine Aphrodite hier daheim hat mir das Pulver bestellt.)

Haarfarben kamen als nächstes, die haben mich nicht sonderlich interessiert. Allerdings die Cremes, Tübchen und Tiegelchen direkt daneben. Joik, Santaverde, Pai, Zuii, … Klasse. Zwischendurch bekam ich eine Tasse grünen Tee in die Hand gedrückt, ebenso wie die anderen Kunden, die gerade im Laden waren. Der Schütteltoner von Joik hat meinen Spieltrieb geweckt, oben ist eine Fettphase, untendrunter der wässrige Anteil:

Joik erfrischendes Gesichtswasser mit Sanddornöl und Aloe

Davon gab es leider keinen Tester, obwohl einer hätte da sein sollen – ein Schelm, wer böses dabei denkt, aber Tester verschwinden ja öfter mal. Vom Joik Toner bin ich zurück auf die Seren von Santaverde gekommen. Eigentlich mag ich sie von der Zusammensetzung her, aber Anti Aging führt mich nicht zu Verzückungsrufen. Außerdem bin ich noch nicht sicher, wie ich mich schlußendlich mit der Thematik Aloe Vera, Glycerin und Hyaluronsäure entscheiden soll (bei Beautyjagd gab es spannende Kommentare dazu, unter anderem von Ulli KS, glaube ich).

Die Pai-Sachen interessieren mich auch sehr, und ich wollte gerne ein Pröbchenset kaufen, wie es online im Pai-Shop erhältlich ist. Leider gibt es das nur dort, in der Naturdrogerie kann man es nicht kaufen. Schade! Ein Reiseset für 25€ war mir etwas zu viel. Die Bodymarmalade von Kivvi gab es allerdings in Kleingrößen, und nachdem in den Kommentaren zur BIOty Box ein bischen geschwärmt wurde, habe ich sie mir für Runde zwei gemerkt.

Hauschka und Co. habe ich links liegen lassen, das kann ich mir auch daheim anschauen. Deko, sage ich nur, Deko, die ist viel interessanter! Studio 78 hat super viele vegane Produkte, besonders die Rouges, die gebacken sind, wollte ich mir näher anschauen. “Nicht ohne Primer!” hieß es. Der fleißige Helfer, der mich bisher mit Testerflakons und Tee bestückt hatte (das war natürlich Uwe, guckstu hier für den Beitrag auf Beautyjagd), drückte mir auch schon ein bischen Zuii-Primer auf die Hand. Mit einem göttlich zarten Lakshmi Flattop habe ich mir die Farben auf den Handrücken aufgetragen und festgestellt, dass sie leider nicht zu mir passen: ein Ton ist zu pink, der andere zu rot, der dritte zu hell. Gut für mein Portemonnaie! Sonst kenne ich allerdings kein festes Rouge in knalligen Farben, vegan und zertifiziert, ohne zweifelhalfte Inhaltsstoffe, deshalb bin ich doch ein bischen traurig.

Die Zuii Puderfoundations habe ich noch angeguckt, auf der Vivaness fand ich einen Ton (Peanut) möglicherweise passend als Bronzer. Im Tageslicht fand ich ihn doch etwas zu rotstichig-warm für mich, so habe ich einen Fehlkauf vermieden. Die Lidschatten allerdings habe ich mir ausgiebig angeschaut, da in der Mitte des Fotos, das ist alles nur Zuii (Living Nature daneben sieht recht dunkel und herbstlich aus):

Naturdrogerie Mainz, Lidschattensortiment

Ich liebe matte Lidschatten. Wenn ein Lidschatten nicht matt ist, sollte er – für mich – ein duochromes Finish haben. Nun bin ich mit matten Lidschatten schon recht gut ausgestattet (Mineralmakeup sei Dank) und es fehlen die Highlights in meiner Schminkkiste. Den Anfang hatte ich bereits mit Purple Ice gemacht, einem weißen Lidschatten mit lila Schimmer. Mein neuer Wunsch ist Mermaid, ein blaugrüner Farbton mit grüngelbem Schimmer.

Zuii Organic Flora Eyeshadow Mermaid

Für mich ist die Farbe hell genug dass ich mich nicht zu sehr angemalt fühle, und abgetönt genug, dass ich nicht wie ein Papagei aussehe. (Geistige Notiz: der Lidschatten mit dem rosa-bronze-gold duochromen Farbton sollte als nächstes bei mir einziehen.) Von meinen beiden Zuii Farben habe ich versucht, Swatches für euch zu fotografieren, das ist absolut nicht einfach. Am Ende vom Beitrag könnt ihr meine Versuche anschauen.

Die Puderfoundations von Marie W. habe ich mir auch angeschaut, obwohl das nicht so ganz meine Preisklasse ist. Nicht bei so wenig Farbauswahl. Tatsächlich sind die Farben zu rötlich, zu bunt, und der Farbkorrektor ist für mich zu gelb. (Daumen hoch für Chrimaluxe, auch wenn sie nicht zertifiziert sind. Farblich besser passendes Mineral Makeup habe ich noch nicht gefunden.) Aber das Puderschälchen mit der Katze, das ist soo süß! In der Auslage waren nur die normalen Schalen, ich habe nach dem Katzennapf gefragt und der wurde mir auch sofort gezeigt. Er ist eingeschlagen in rotes Seidenpapier und steckt in einer hübschen, stabilen Kartonage. Ausgepackt sieht man sofort wie schön das Porzellan ist:

Marie W. Puderschale mit Kätzchen

Die Schale von Marie W. ist von der Haptik her sehr glatt, fast zart in ihrer Oberflächenbeschaffenheit, durchscheinend und liegt gut in der Hand. Der Form nach sammelt sich Mineralfoundation schön in der Mitte des Schälchens und lässt sich gut mit dem Pinsel aufnehmen. Porzellan ist übrigens nicht immer etwas für überzeugte Veganer, denn der englische Begriff Bone China sagt, was möglicherweise drin steckt: um diese spezielle Art Porzellan herzustellen wird der Grundmischung Knochenmehl zugegeben. Dadurch entstehen besonders hohe Transparenz, strahlender Glanz und hohe Festigkeit. Obwohl ich bei Verbrauchsprodukten vegane Varianten bevorzuge, lege ich bei Gebrauchsgegenständen, die jahrelang halten sollen, Wert auf Alltagstauglichkeit. Die ist meiner Meinung nach bei hochwertigem (Knochen-)Porzellan eher gegeben als bei billigem Porzellan oder gar Steinzeug. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber die Puderschale fühlt sich so wertig an und ist so lichtdurchlässig, dass ich auf Bone China tippe.

Vorhang auf für Runde 2! Mein Budget für diesen Einkauf habe ich mir auf rund 50 €uro gesetzt. Das ist genug für einen Einkauf zwischendurch, den ich sonst über’s Internet abgewickelt hätte, man muss eben Prioritäten setzen. Ich habe mir ein Körbchen geben lassen (ein geflochtenes Körbchen mit Baumwollinnentuch, so was kenne ich von meiner Mutter daheim) und bin zum zweiten Mal durch den Laden getigert. Zuerst habe ich mir einen Schokoriegel eingepackt, und direkt danach eine Reisegröße des Go&Home Conditioners. Normalerweise hätte ich ihn nicht gekauft (zu viele Spülungen daheim), aber just für den Haarwaschtag dieses Wochenende hatte ich keinen eingepackt.

Go&Home Conditioner

Neben der Kasse war ein Aufsteller mit Kleingrößen Rosenwasser, 30ml so um die 5€, davon wollte ich schon eine Packung in den Korb legen. Aber ich wusste, 50€, das wird hart. Falls mein Budget noch nicht erschöpft sein sollte könnte ich es an der Kasse schnell noch dazu nehmen. Stattdessen habe ich die Kleingröße der Kivvi Bodymarmalade in den Korb getan, sie kostet auch 5€ und ich komme so schnell nicht mehr ran.

Mit Uwe zusammen habe ich mir vier Pröbchen von Pai ausgesucht, einmal Camellia & Rose Reiniger und Kukui & Jojoba Bead Peeling, dazu die Echium & Macadamia Creme sowie die Avocado & Jojoba Creme. Ein Tuch von Pai, um den Reiniger richtig anzuwenden, habe ich schon daheim.

Pai Scincare Trial Sizes

Den Joik Toner habe ich auch ins Körbchen gelegt, ohne INCI zu lesen, das Produkt ist einzig und allein für meinen Spieltrieb und weil ich das Rot des Sanddorns im Produkt mag. Und natürlich habe ich den Meerjungfrauenlidschatten von Zuii ausgewählt. Ja, ich bin ein echtes Mädchen!

An der Kasse hat Uwe alles aufsummiert und ich bin auf 49,25 €uro gekommen. Punktlandung, oder? Ich habe ein bischen geschmunzelt und meine Überraschung stand mir ins Gesicht geschrieben. Ja, ich überschlage immer den Preis, wenn ich was in den Einkaufswagen lege, aber so nah (von der richtigen Seite) dran zu sein am Budget, das ist bei meinen Rechenkünsten nicht oft der Fall. Mein Gegenüber hat es wohl mißgedeutet und freundlich gefragt: “Zu teuer?” Nein, nicht zu teuer, genau eine Punktlandung eben. Wer gute Produkte haben will bei denen weder Rohstofferzeuger noch Hersteller ausgebeutet werden, der muß eine gewisse Bereitschaft haben, auch einen höheren Preis zu bezahlen als man das in einer konventionellen Drogerie gewohnt ist. Auch das Bereithalten von Pröbchen und Testflakons muss ein Anbieter irgendwie umschlagen, und das erkennt man an einem fairen Preis.

Meine Beute für rund 50 €uronen, der Schokoriegel hat es nicht auf das Gruppenfoto geschafft:
Naturdrogerie kompletter Einkauf August 2014

Für mich ist ein gewaltiger Unterschied zwischen billig und preisgünstig. Billig, das ist, wenn auf dem Kassenzettel kleine Preise stehen und die Endsumme niedrig ist. Preisgünstig ist eine Sache, wenn man für das, was man bezahlt, einen guten Gegenwert bekommt.

Kivvi Organic Cosmetics Body marmalade Bergamot & Litsea

Nehmen wir mal die Bodybutter von Kivvi, sie ist mit 5 €uro für 15ml teuer (das Gegenteil von billig). Allerdings sind die Inhaltsstoffe ausgesucht und gut (vegan, 86% Bioanteil), das Produkt wird (so weit ich weiß) in einem Familienbetrieb in Manufaktur in Lettland hergestellt und sichert so mehr Arbeitsplätze als würde es in einer Fabrik produziert. Der Duft gefällt mir. Die Rezensionen, die ich gelesen habe, berichten gutes: zum komplett eincremen braucht man wenig, die kleine Menge reicht für drei Anwendungen. Verpackt ist die Probiergröße in einem Aluminiumtiegel ohne Umverpackung, das Produktschild ist aufgeklebt. Die kleine Dose liegt gut in der Hand und lässt sich, leergemacht und gereinigt, sicher weiterverwenden. So betrachtet habe ich ein preisgünstiges Produkt gekauft. Es entspricht so vielen meiner Kriterien dass es ein Frevel wäre, weniger für die kleine Schraubdose zu bezahlen als 5 Euro. Bei der Vollgröße relativiert sich der Preis pro Anwendung, und falls ich die Bodybutter wider erwarten doch doof finde, spare ich mir das Geld für den großen Tiegel.

Ihr merkt, für mich ist ein Produkt nicht nur das, was ich in den Händen halte, es ist für mich die Wertschöpfungskette zusammen mit dem Endergebnis. Mein Wissen und meine innere Haltung machen mich für Verkäufer manchmal zu einer zickigen Kundin. Ich habe oft das Gefühl, besser informiert zu sein über das, was ich vor mir habe, als der Verkäufer. Wenn ich Problematiken anspreche (tierische Inhaltsstoffe, Glycerin und Alkohol, undeklarierte Duftstoffe, niedriger Bioanteil, keine Zertifizierung, …) fühlen sich diese Personen oft an die Wand gedrängt. Kratzbürstig, ihre Stellung verteidigend, wollen sie mich dennoch von ihren Lieblingsprodukten überzeugen – das geht nach hinten los, denn dann ich stelle mich quer. Mein Mann hat mit mir einen Spruch geübt, den ich wiederholen muss, bevor ich einen ‘normalen’ Laden betrete: “Danke, nein, ich wünwsche keine Beratung. Danke, nein, ich komme allein zurecht.” Ich kann minutenlang regungslos vor einem Regal verharren, drei Duschgele in der Hand, und INCIs lesen. Das wirkt auf viele Menschen irritierend.

Nun, bei der Naturdrogerie war das nicht der Fall. Uwe scheint ein echter Beautynerd zu sein und auf meiner Wellenlänge zu liegen. Die Testflakons, die er mir angereicht hat, waren von solchen Produkten, die mich wirklich für einen Kauf interessiert haben. Das kurze Gespräch über Lidschattenpaletten, wie schwer es ist, gute und schöne zu finden die zu einem passen, und wie ansprechend Living Nature das gelöst hat (mit hochwertigen, schwarzen Pappschatullen), ist ein weiteres Beispiel. Auch die kurze Fachsimpelei über gute Pinsel (das Träumchen von oben, der schräge Flattop von Lakshmi) hat mir gefallen. Anstatt mir den Pinsel anzudrehen wurde mir das Gefühl gegeben dass es okay ist, wenn ich mit meinen Pinseln von Biedermann, Eco Tools, Chrimaluxe und Barbara Hofmann zufrieden bin; dass hochwertige Pinsel jahrelang halten und es Verschwendung ist, sie unbenutzt herumliegen zu lassen; dass man für das Geld lieber ein Produkt kaufen sollte, an dem man im Alltag Spaß hat.

Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich Uwes Urteil vertraue. Ich vertraue darauf, dass er seine Produkte sehr gut kennt, über Inhaltsstoffe und deren Zusammensetzung hervorragend informiert ist und die Aspekte, die mir wichtig sind, bei der Auswahl umsetzen kann.
“Ich suche ein Produkt x, mir ist y wichtig und ich lege wert auf z. Die Firmen A und B haben etwas, das vielleicht in Frage kommt, weil [insert Pluspunkte]. Welches der Produkte würdest du wählen oder fändest du ein anderes passender für mich?”
Und:ja!, ich würde so ein Produkt kaufen, was bei mir Seltenheitscharakter hat.

Als ich schon fast aus dem Laden draußen war habe ich gefragt, ob ich Fotos machen darf. Fotos? Öh, … Und ich würde sie gerne auf meinem Blog zeigen, weil mir der Besuch so gut gefallen hat. Blog? Äh, … War dann aber auch kein Problem, wie ihr sehen könnt:

Naturdrogerie Mainz, dekorative Kosmetik

Über die Naturdrogerie kann ich guten Gewissens sagen, dass Kunden hervorragend beraten werden und ihnen ein ausgesucht gutes Sortiment präsentiert wird. Wem eine ausführliche Beratung zu viel ist oder wer nur mal schauen möchte, der sollte das sofort sagen, dann kann man in aller Ruhe den Laden durchstöbern. Ich freue mich sehr, einen Laden gefunden zu haben, bei dem ich gerne auch in Zukunft einkaufe. Die Menschen hinter dem Laden, ihre Philosophie, ihre Produktvorauswahl: einfach Klasse. Und falls ich mich das nächste mal nicht zwischen drei grauen, fast identischen Lidschatten entscheiden kann, weiß ich, wen ich frage!

Nein, ich werde nicht von der Naturdrogerie gesponsored. Ich bekomme keine Produkte ‘einfach so’ zugeschickt. Bei meinem Besuch wusste niemand, dass ich blogge. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass jeder Kunde ein ähnlich ansprechendes Einkaufserlebenis im Ladengeschäft haben kann wie ich.

Was habe ich gesehen, das für einen späteren Einkauf in Frage kommt? Sicherlich das Sonnenöl, davon möchte ich gerne eine Probe im Gesicht testen. Ein paar Bloggerkollegen besitzen es, über so eine Connection bekomme ich sicher ein Pröbchen. Selbiges mit dem Zuii Primer, der hat sich auf meinem Handrücken wirklich gut und durchfeuchtend angefühlt. Auch das muss ich im Gesicht testen, es passiert mir leider oft, dass Produkte aufliegen oder sich ein öliger Film absetzt. Wobei ich bei dem Zuii Produkt zuversichtlich bin. Das Rosenwasser in der Kleingröße konnte ich online nicht finden, schade. Mein nächster Einkauf ist jedoch frühestens im Winter, bis dahin gibt es sicherlich noch viele andere Produkte, die mich begeistern.

Hier kommen noch die Swatches der Zuii Lidschatten Purple Ice und Mermaid.

Das ist Mermaid. Seht ihr den Farbverlauf? Das ist mit meinem Fotoapparat fast nicht einzufangen.
Zuii Mermaid Swatch

Dieses Bild zeigt beide Lidschatten ganz normal geswatcht:
Zuii Mermaid Purple Ice Swatch

Über anderen Farben verwendet sehen die Zuii Lidschatten anders aus. Ich habe für euch schwarzen und weißen Lidschatten aufgetragen und die beiden Zuii Farben darüber, zwei verschiedene Fotos um die Vielseitigkeit der Lidschatten einzufangen:
Zuii Mermaid Purple Ice Swatch auf weiß & schwarz
Zuii Mermaid Purple Ice Swatch auf weiß & schwarz 2

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